+
Wer genug CO2 spart, kann eine Jahreskarte für den Besuch bei Kumar im Zoo gewinnen. 

Umweltschutz

Zehn Jahre Frankfurter Klimasparbuch

  • schließen

Zum Jubiläum des Ratgebers lockt die Stadt mit Preisen für CO2-Füchse. Das Büchlein steckt voller Bonus-Gutscheine.

Eine Flasche Traubensaft gratis. 20 Prozent aufs Yoga-Abo. 15 Euro Ermäßigung auf die Fahrradinspektion. Zwei Euro Nachlass beim Erwerb eines veganen Döners. Es lässt sich schon ordentlich was rausholen aus dem neuen Klimasparbuch 2020, das die Stadt und die Mainova am Montag vorstellten. Und natürlich aus den 45 Gutscheinen, die dem Büchlein beiliegen, mit Vergünstigungen für klimafreundliche Waren und Dienstleistungen.

Vor allem aber haben die Partner auch nach zehn Jahren Klimasparbuch ein Ziel: „Uns geht es um die Umwelt“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) bei der Präsentation im Rödelheimer Biomarkt Picard, der von Anfang an zu den Unterstützern des Projekts zählte.

Heilig ging auf die aktuelle Nachricht vom Montag ein, wonach Deutschland einen Negativrekord in Sachen Verpackungsmüll aufgestellt hat. „Ein hehres Ziel ist es, Weltmeister im Vermeiden von Verpackungsmüll zu werden“, rief sie auf. „Versuchen wir doch einmal, eine ganze Woche ohne Plastik auszukommen.“ Früher habe ihre Familie alle Mahlzeiten zu Hause eingenommen – heute esse man häufig auswärts und trinke Kaffee „to go“. Die Folge: Verpackungsmüll.

Sparbuch
45 Gutscheine enthält das Frankfurter Klimasparbuch fürs kommende Jahr, darunter auch Energieberatung, Vergünstigungen für Reisen, Velotaxis, Reformhaus- und Cafébesuche. Außerdem gibt es Tipps zum Energiesparen und zur Abfallvermeidung. Das 112-seitige Büchlein im Taschenformat wird herausgegeben von der Stadt Frankfurt und dem Oekom-Verlag. Es ist für 4,95 Euro etwa an der Zoo-Kasse zu haben, im Buchhandel und erstmals auch als E-Paper. www.oekom.de. ill

Eine Idee, Klimaschäden zu reduzieren, geht vom 2020er-Klimasparbuch aus: Das städtische Energiereferat hat ein Frankfurter CO2-Konto eingerichtet. Darauf können Bürgerinnen und Bürger „einzahlen“ – etwa ein Jahr lang mit dem E-Bike statt mit dem Auto zur Arbeit fahren (spart 416 Kilo CO2). Oder gut erhaltene Kleidung tauschen beziehungsweise im Second-Hand-Laden kaufen (spart bei drei Kilo Kleidung 90 Kilo CO2).

Tipps fürs CO2-Sparen gibt es natürlich im Klimasparbuch. Wer durch Verhaltensänderung mindestens eine Tonne Kohlendioxid eingespart hat, kann jeden Monat gewinnen: eine Zoo-Jahreskarte als Hauptpreis und zehn Gutscheine für je ein Klimasparbuch 2021. Die erste Runde läuft bereits und endet am 18. Dezember. Teilnehmer können ihre Bilanz an klimasparen@stadt-frankfurt.de senden.

Das 112-seitige Büchlein ist in der neusten Ausgabe auf noch umweltfreundlicherem Papier gedruckt, frisch layoutet und hat fünf Schwerpunkte: gesünder essen und genießen (samt Interview mit den Rödelheimer Biomarktbetreibern), bewusster leben und konsumieren, nachhaltig unterwegs sein, grüner und schöner wohnen (leider ohne Gutschein für eine grüne und schöne Wohnung in Frankfurt) sowie ökologisch bauen und renovieren. „Umweltfreundliches Verhalten kommt in den Köpfen mehr und mehr an“, glaubt Stadträtin Heilig, die Menschen wollten genauer als früher wissen: „Wo kommt der Käse her, wo kommt der Fisch her?“

Nachhaltiges Wirtschaften sei „keine Alltagsfliege“, sagte anschließend Bernhard Vogt, Marketingleiter der Mainova, und berichtigte sich gleich selbst: „Eintagsfliege.“

Man wünschte sich, nachhaltiges Wirtschaften und überhaupt klimafreundliches Leben würden recht bald zur Alltagsfliege oder noch besser: zum Alltagselefanten. Das Klimasparbuch gibt der Karawane auf dem Pfad dahin manch guten Hinweis.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare