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Regisseurin Barbara Bredero unterhält sich mit den Kindern.

Kinderfilm-Festival

Riesenspaß mit "Mister Twister"

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Es gibt viel zu sehen beim Filmfestival Lucas - Filme aus 25 Ländern fesseln das junge Publikum. Ein weiteres Highlight sind die Begegnungen und Gespräche mit den Filmemachern im Anschluss. Da kann man Regisseure und Darsteller mit Fragen löchern.

Kinder sind wunderliche Wesen. In der Schule können sie sich manchmal keine fünf Minuten auf eine einzelne Lehrerin konzentrieren, die in ihrer Sprache mit ihnen redet. Aber kaum sitzen sie im Kino, folgen sie eineinhalb Stunden unbeweglich wie ein Zwerggecko einem Film, der a) in niederländischer Sprache gedreht wurde, b) mit englischen Untertiteln versehen ist und c) von einer Live-Einsprecherin auf Deutsch übersetzt wird.

Beim Lucas-Filmfestival ist das sogar die Regel. Es soll Erwachsene geben, die in diesem babylonischen Drei-Sprachen-Mix schon nach der ersten Filmszene die Orientierung verlieren. Kinder haben damit offenbar überhaupt kein Problem – im Gegenteil: „Mister Twister auf der Bühne“, die jüngste Komödie der holländischen Erfolgsregisseurin Barbara Bredero, macht ihnen Riesenspaß – Lucas ist ja schließlich ein Kinderfilmfestival. Und ein ziemlich beliebtes: Mit dem Film „Deine Schönheit ist nichts wert“ mussten die Macher wegen der großen Nachfrage gleich zum Auftakt am Montag in Hessens größten Kinosaal im Metropolis umziehen. „Das war ein Highlight“, sagt Lucas-Sprecherin Annette Friauf. Ein anderes: die Begegnung mit Filmemachern und Jugenddarstellern aus vielen Ländern.

Kreischen beim Filmkuss

Filme aus 25 Ländern sind dabei. Im Saal des Frankfurter Filmmuseums erleben die Schüler am Dienstag bei „Mister Twister auf der Bühne“ beispielsweise mit, wie auf der Leinwand der junge Lehrer Herr Kees aushilfsweise eine Klasse unterrichtet und mit den Kindern ein Theaterstück einstudiert. Das geht so lang gut, bis die zwischenzeitlich erkrankte Lehrerin wieder zurückkehrt und außerdem die Direktorin mitkriegt, dass die Klasse ihr Theaterstück komplett neu interpretiert: Da hüpfen Mäuse und Bananen über die Bühne – in selbstgeschneiderten Kostümen!

Die Schulleiterin ist sauer, der Spaß scheint ein Ende zu haben, aber wie schon in den ersten beiden „Mister Twister“-Filmen, die sich in den Niederlanden und auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreuten, geht es wieder gut und rührend aus. Ein wenig verwirrend ist, dass der Lehrer gar nicht als Mister Twister in Erscheinung tritt. Das könnte eine Eigenheit der deutschen Film-Synchronisation sein, die ja bei Lucas nicht zu hören ist. Aber es stört auch überhaupt niemanden. Beim Kuss zum Filmschluss geht ein Kreischen durch den Saal, danach rauschender Applaus, besonders für die Regisseurin Bredero, die persönlich zur Stelle ist.

Fragestunde mit Regisseurin

Das trifft sich gut – da können die Kinder gleich mal fragen, ob Mister Twister und seine Filmpartnerin auch privat ein Paar sind. „Was glaubt ihr?“, fragt die Regisseurin zurück. „Sind sie ein Paar in echt?“ – „Jaaaa!“ – „Obwohl ihr wisst, dass sie beide Schauspieler sind?“ – „Njaaa …“, und da hört man schon schwindende Hoffnung heraus. Also nein, ein Paar sind sie nicht. „Aber es hat geholfen, dass Herr Kees ein bisschen verliebt war“, sagt Barbara Bredero. Sie habe übrigens selbst ein bisschen weinen müssen am Ende der Dreharbeiten, denn es sei ja der dritte und letzte „Mister Twister“-Film gewesen. „Waaaaas?!“, jault der ganze Saal. Und nimmt sich vor, Briefe ans ZDF zu schreiben, damit die Reihe fortgesetzt wird.

Die Klasse 3b der Frankfurter Münzenbergerschule kannte jedenfalls die ersten zwei Teile schon aus dem Fernsehen und hat sich von ihrer Lehrerin Ingrid Krumm gewünscht, den dritten bei Lucas zu sehen. Das hat hervorragend geklappt. Von Regisseurin Bredero bekommen die Münzenberger sogar noch einen guten Tipp als Zugabe: „Schauspieler ist ein toller Job“, sagt sie, „aber tut es am besten zu Hause, denn es ist auch ein harter Job.“

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