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Auch die Nase feiert mit: Einen wundervollen Duft verströmt die englische Rose „Gertrude Jekyll“.

Lichter- und Rosenfest

Der Zauber der Blumen und Farben

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Tausende strömen in den Palmengarten mit Teelichtern und Picknickdecken im Gepäck.

Ob Selfies mit dem Smartphone oder Bilder mit der Profi-Kamera – auf der Suche nach dem perfekten Blumenmotiv posierten und tummelten sich vor fast jedem Rosenstock die Palmengartenbesucher am Samstagnachmittag. Die ganze Farbenpracht einzufangen, in der der botanische Garten am Wochenende erstrahlte, dürfte jedoch kaum möglich gewesen sein. Mehr als 7500 der edlen Pflanzen hat das Gärtnerteam für das 88. Rosen- und Lichterfest in Beete, Töpfe und Brunnen gesetzt und den Garten in ein buntes Blumenmeer verwandelt. Die „Königin der Blumen“ erstrahlte in ihrem ganzen Farbfacettenreichtum über das gesamte Gartengelände. Natürlich zeigten sich auch andere Blumen von ihrer schönsten Seite. Glockenblumen etwa, Lavendel und Hortensien ragten zwischen den Rosenbüschen hervor. Die so entstandenen „Bauerngärten“ waren diesmal das Motto des Festivals.

Wer gerade nicht am Fotografieren, Schnuppern oder Spazieren war, nutzte die frühen Abendstunden am Samstag, um sich einen der wenigen freien Plätze auf Wiesen und Grünflächen zwischen den Beeten zu suchen. Denn Tausende Gäste hatten da bereits ihre Decken ausgebreitet, das Essen aus den Picknick-Körben geholt und es sich gemütlich gemacht. Viele waren bereits am Mittag da und verbrachten den ganzen Tag im Palmengarten. Schon vormittags begann das Rahmenprogramm mit informativen Rosenspaziergängen, diver- sen Spielangeboten für Kinder und einer Führung durch die Ausstellung „Citrus“, wo man alles rund um Zitronen, Orangen und Co. lernen konnte.

Je später der Abend wurde, desto längere Schlangen bildeten sich vor dem Eingang zum Festival in der Siesmayerstraße. Desto dichter wurde der Deckenteppich auf dem Rasen und desto ausgelassener die Stimmung unter den tanzenden Besuchern vor den zwei Musikbühnen, auf denen verschiedene Bands mit Soul, Jazz und Pop loslegten.

Teelichter zeigen den Namen des Mädchens: Aylin bedeutet im Türkischen ungefähr „Licht zum Mond gehoerend / Mondschein“.

Kurz vor der Dämmerung füllten die Besucher die übrigen Freiräume auf den Wiesen traditionsgemäß mit Kunstwerken aus Teelichtern. Herzen, Friedenssymbole, Blumen und Namen gehörten zu den beliebtesten Motiven. Eine Gruppe Jugendlicher formte aus den Kerzen eine Europaflagge. Nicht lange dauerte es, bis es dunkel wurde und sich der Palmengarten von einem Blumen- in ein Lichtermeer verwandelte. Hier und da spazierten Besucher mit bunten Lichtkugeln, blinkenden Neon-Brillen und LED-Blumenketten durch die Nacht.

Mitten in der Menschenmenge haben die beiden Studentinnen Lisa und Laura sich am frühen Abend nahe der kleinen Musikbühne bereits ihr Plätzchen gesichert. Obwohl sie schon knapp drei Jahre in Frankfurt wohnten, besuchten sie das beliebte Rosen- und Lichterfest zum ersten Mal. „Das Fest ist eine tolle Gelegenheit, die Artenvielfalt im botanischen Garten zu betrachten“, sagt Laura. Sie freue sich, dass sie das Event nun endlich für einen Rundgang genutzt habe. „Ich finde es super, dass das Publikum hier so gemischt ist“, sagt Lisa.

Ob Familien mit Kindern, Studenten oder ältere Leute, es scheine, als käme das Fest bei allen Frankfurtern richtig gut an, so die Studentin. Ein Plus für die beiden sei zudem der freie Eintritt mit ihrem Studentenausweis. „Wir waren richtig happy, als wir erfahren haben, dass wir selbst heute keinen Eintritt zahlen müssen“, sagt Laura. Wie viele andere Besucher freuten sich die beiden besonders auf das Feuerwerk, das jedes Jahr den Höhepunkt des dreitägigen Fests ausmacht.

Um kurz vor 23 Uhr ist es so weit. Zwei laute Schüsse kündigen das Spektakel an. Hunderte eilen los Richtung Bootsweiher, wo die Feuerwerkskörper abgefeuert werden. Andere suchen sich einen Ausguck durch die Baumwipfel. Gut 15 Minuten lang erhellt das Feuerwerk den Nachthimmel über Frankfurt. Dem knallenden und rauchenden Finale folgt tosender Applaus.

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