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Sind 1700 Taxis zu viel oder zu wenig für Frankfurt?

Verkehr

Zahl der Taxis wird überprüft

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Derzeit sind rund 1700 Wagen im Einsatz. Demnächst könnten es mehr werden , zum Ärger der Taxi-Vereinigung.

Das Ordnungsamt lässt überprüfen, wie viele Taxi-Konzessionen es in Zukunft in Frankfurt geben soll. Behördenleiter Jörg Bannach kündigte im Gespräch mit der FR ein „ergebnisoffenes Gutachten“ an, das eine Firma im Auftrag des Amtes erstelle. Resultat könne auch sein, dass die Zahl der Konzessionen reduziert wird oder gleichbleibt.

Dass die Marktstudie zu einem solchen Ergebnis kommt, ist allerdings nicht wahrscheinlich. Denn die Zahl der Konzessionen hat sich seit 2006 nicht verändert. Genau 1712 Frankfurter Taxis sind seitdem auf den Straßen unterwegs. Allerdings hatte Frankfurt vor zwölf Jahren fast 100 000 Einwohner weniger. Auch die Gäste- und Touristikstatistik wies wesentlich niedrigere Zahlen als heute aus.

Damit könnte es zu einem Konflikt mit der Taxi-Vereinigung kommen. Die Interessensvertretung der Fahrer hält die Zahl der Konzessionen bereits jetzt für zu hoch. Ihr Argument: Seit Einführung des Mindestlohns bekommen auch Aushilfsfahrer mehr Geld, das Benzin wird immer teurer, folglich braucht es eher weniger als mehr Konkurrenz auf den Straßen.

Dass die Stadt das Gutachten in Auftrag gegeben hat, ist Folge eines Gerichtsverfahrens, in dem ein Bewerber für eine Konzession gegen die Stadt geklagt hatte. Die Berichterstattung über den Prozess hatte für große Unruhe im Ordnungsamt gesorgt. In einem Text hieß es, es gebe in Frankfurt einen Handel mit Taxi-Konzessionen. Weder das städtische Revisionsamt noch die Staatsanwaltschaft hätten ein Fehlverhalten von Mitarbeitern seiner Behörde festgestellt, betonte Bannach.

Tatsächlich können in Frankfurt Taxibetriebe verkauft werden. Dabei erwirbt der Käufer auch die nötige Konzession. Ein solches Verfahren ist eher die Regel als die Ausnahme. Die Warteliste für Unternehmer, die eine Konzession beim Ordnungsamt beantragen, ist entsprechend lang. Bis zu 20 Jahren könne die Wartezeit betragen, so Schätzungen.

Daran dürfte sich auch in Zukunft nichts ändern. Die Vorschläge des Revisionsamts, die Vergabe der Konzessionen zu ändern, gehen eher ins Detail. In Betracht kommt etwa, ein EDV-gestütztes Verfahren einzusetzen. Zudem schlug das Revisionsamt vor, sogenannte Fiskaltaxameter einzubauen, mit denen Fahrten und Umsätze an die Steuerbehörden gemeldet werden können. „Wir werden das beim Magistrat anregen“, sagte Bannach, gab aber zu bedenken, dass für den verpflichtenden Einbau eines solchen Geräts eine Gesetzesänderung nötig sei.

Konkurrenz von anderen Unternehmen müssen die Taxifahrer übrigens nicht fürchten. Der Anbieter Uber habe sich aus dem Frankfurter Markt zurückgezogen, sagte Bannach.

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