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In dem mediterranen Garten wachsen exotische Pflanzen.
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In dem mediterranen Garten wachsen exotische Pflanzen.

Parks in Frankfurt

Zäune fürs Frankfurter Nizza

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Das Nizza am Frankfurter Main wird eingezäunt: Das Grünflächenamt sieht die exotische Pflanzen der Main-Oase durch rücksichtslose Nutzer der Anlage bedroht.

Am Donnerstag waren noch keine Absperrungen zu sehen, aber in den nächsten Tagen will das Grünflächenamt einen Bauzaun rund um das Nizza am Main aufstellen. Ziel: Schutz für die historische und weithin bekannte Ansammlung exotischer Pflanzen. Grund: zunehmende Rücksichtslosigkeit der Nutzer öffentlicher Anlagen.

„Es ist am Mainufer inzwischen überall dasselbe“, sagt Heike Appel, die stellvertretende Leiterin des Grünflächenamts: „Vermüllung, fehlende Toiletten – und die Leute wertschätzen die öffentlichen Flächen weniger als früher.“ Die Pflanzen würden besonders in den Abend- und Nachtstunden niedergetrampelt. „Sie haben in den vergangenen Jahren sehr gelitten“, schildert Appel, „wir können das Gelände nicht auf Dauer rund um die Uhr offen halten.“ Die Pflanzen müssten sich nachts erholen. Für die Sommermonate gelten daher demnächst Öffnungszeiten zwischen 7 und 20.30 Uhr.

Das sei im Übrigen nicht völlig ungewöhnlich: Der Koreanische Garten am Grüneburgpark und der Bethmannpark würden schon seit geraumer Zeit abends abgesperrt. Langfristig solle das Nizza einen festen Zaun erhalten, dessen Tore morgens auf- und abends abgeschlossen würden.

Was in dem vor rund 150 Jahren angelegten mediterranen Garten wächst, ist besonders für diese Gegend. Da reifen Bananen, stehen Mammutbäume, ein „Erdbeerbaum“ (die Früchte sehen Erdbeeren ähnlich, die Portugiesen machen Schnaps draus), ein „Schlafbaum“ (klappt abends die Blätter zusammen und „schläft“), es gibt den Mittelmeerschneeball, die Glanzmispel, die Korkeiche, die Italienische Schirmpinie.

Dass sie dort gedeihen, hängt mit der besonders gut von der Sonne bestrahlten Lage am Kai zusammen, der die Wärme zudem speichert. Doch die Pflanzen litten unter Störungen, weil Besucher „quer durch die Beete laufen“, sagt das Grünflächenamt.

Was das Amt nicht sagt, ist: Im Nizza übernachten obdachlose Menschen. Schon vor drei Jahren hieß es dazu: Das Schlafen auf der Wiese sei nicht das Problem – die Notdurft in der Frühe schon eher. Seitdem habe die Zahl derer offenbar noch zugenommen, die dort ihren Ruheplatz suchten. „Wir hatten immer mal wieder nächtigende Personen am Nizza“, sagt Manuela Skotnik, die Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). „Wenn dort jetzt jemand schläft, können es aber nur wenige sein. Es ist einfach noch zu kalt.“ Deshalb halte die Stadt bis zum kommenden Dienstag die B-Ebene an der Hauptwache als Schlafplatz offen. Danach gebe es in Frankfurt immer noch genug Orte zum Übernachten – auch abseits des Nizzas.

Der Fußweg am Main bleibe während der Sperrung uneingeschränkt zugänglich, erklärt das Grünflächenamt. Wird es nachts Wachen am Zaun geben? „Das muss man dann sehen“, sagt Heike Appel, „geplant ist es nicht.“

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