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Yanki Pürsün (FDP): „Bei der OB-Wahl gibt es ein ganz offenes Rennen“

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Von: Georg Leppert

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Yanki Pürsün startet hoffnungsfroh in den Wahlkampf.
Yanki Pürsün startet hoffnungsfroh in den Wahlkampf. © Rolf Oeser

Der FDP-Kandidat Yanki Pürsün spricht im FR-Interview über Zweifel in der eigenen Partei, sein Programm und die Koalition im Wahlkampf.

Der Fraktionschef im Römer, Yanki Pürsün, wird für die FDP bei der OB-Wahl antreten. Die Basis der Freidemokraten nominierte den 50-Jährigen, der auch im Landtag sitzt, in dieser Woche.

Herr Pürsün, Sie wurden mit 88,4 Prozent gewählt. Die Kandidatinnen und Kandidaten von CDU, SPD, Grünen und Linke bekamen bei ihrer Nominierung bessere Ergebnisse. Ärgert Sie Ihr Abschneiden?

Nein. Es gab bei unserer Mitgliederversammlung eine Aussprache, in der auch die Meinung vertreten wurde, die FDP sollte nicht antreten und man tue mir mit einer Nominierung keinen Gefallen. Dieser Ansicht sind einige Wenige in der Partei gefolgt. Offenbar aus Fürsorge für mich. Damit kann ich leben.

Die Einwände kamen von FDP-Urgestein Volker Stein. Der meinte, Sie würden keinesfalls besser abschneiden als er bei seiner unabhängigen Bewerbung 2018, bei der er knapp sechs Prozent holte. Besonders nett ist das nicht, oder?

Naja, es gab ja auch Widerspruch gegen Stein. Auch das ist in Ordnung für mich. Wie ich abschneiden werde, ist schwer vorherzusagen. Ich glaube, es gibt diesmal ein ganz offenes Rennen.

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Was ist Ihr Wahlziel?

Ich möchte, dass die FDP sichtbar ist und ich ein achtbares Ergebnis erziele. Der Vergleich mit den Resultaten von Volker Stein oder Hans-Joachim Otto (holte 2001 bei der OB-Wahl 1,8 Prozent, Anm. d. Red.) bereitet mir jedenfalls keine schlaflosen Nächte.

Manche in der Partei befürchten, dass sich ein schlechtes Ergebnis bei der OB-Wahl auch negativ auf die Landtagswahl im Herbst auswirkt ...

Selbst wenn wir bei der OB-Wahl nicht gut abschneiden, sollte davor niemand Angst haben. Solche Quervergleiche zwischen Wahlen kann man einfach nicht ziehen. Jede Wahl ist anders.

Sie führen die FDP im Römer, kämpfen als gesundheitspolitischer Sprecher im Landtag für das Ende der Corona-Maßnahmen, Sie kandidieren im Herbst auf Listenplatz sieben – und sind jetzt auch noch OB-Kandidat. Wie wollen Sie das alles schaffen?

Bisher klappt es sehr gut. Kaum jemand im Landtag stellt so viele Anträge und Anfragen wie ich. Für die Stadtverordnetenversammlung gilt das auch. Das spricht dafür, dass ich ein gutes Zeitmanagement habe und mich gut organisieren kann. Ein Vorteil ist sicher, dass der OB-Wahlkampf recht kurz wird. Und ich habe halt auch keine größeren weiteren Verpflichtungen.

Zu Ihrem Wahlprogramm haben Sie bisher kaum etwas gesagt ...

Es wird kein Yanki-Pürsün-Wahlprogramm mit Überraschungen geben. Ich trete mit den Positionen der Frankfurter FDP und der bürgerlichen Mitte an unter dem Motto: Stadt der Chancen.

Die Zusammenarbeit in der Koalition dürfte im Wahlkampf recht schwierig werden, oder? Sie wurden ja beim Parteitag aufgefordert, keine Rücksicht auf die Koalitionspartner zu nehmen.

Ich sehe da kein großes Problem. Wir führen nicht als Koalition Wahlkampf, sondern jeder für sich. Und vor dieser Situation stehen Mike Josef und Manuela Rottmann ja auch.

Trotzdem dürften die Grünen nicht begeistert sein von der Verkehrspolitik, für die Sie werben?

Wenn man das mit ein bisschen Fingerspitzengefühl tut, und das habe ich vor, dann wird es keine Verwerfungen geben.

Interview: Georg Leppert

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