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World Club Dome in Frankfurt: Party mit Feuer und Wasser

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Von: Steven Micksch

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Ausgelassene Stimmung bei der Pool-Session mit DJ Marco Faraone.
Ausgelassene Stimmung bei der Pool-Session mit DJ Marco Faraone. © Michael Schick

Beim World Club Dome rund um das Frankfurter Waldstadion wird an Pfingsten bei ausgelassener Stimmung gefeiert. Probleme beim Einlass trüben den Gesamteindruck der meisten aber nicht.

In Ermangelung einer passenden Bekleidung hüpft ein großer Teil der Feiernden im Frankfurter Stadionbad einfach in Unterwäsche ins kühlende Wasser. Und so reihen sich Calvin-Klein-Unterhosen an BHs mit feiner Spitze, dazwischen auch immer wieder Bermudashorts in knalligen Farbtönen – und über allem, mal mehr mal weniger laut, dröhnt der Bass von den zahlreichen Bühnen, die im Bad verteilt sind. Das Wasser wird zum Dreh- und Angelpunkt am zweiten Tag des World Club Dome (WCD) rund um das Waldstadion.

Wer sich nicht in Unterwäsche ins Wasser traut, kühlt immerhin Füße oder Kopf unter den Duschen rund um das Becken. Süßlicher Grasgeruch mischt sich mit Chlor und Zigarettenrauch. Es wird getanzt und getrunken – die Stimmung ist ausgelassen. Zwei Jahre lang wurde die eigentlich für 2020 geplante Ausgabe des World Club Dome (WCD) immer wieder verschoben. Nun ist die Erleichterung und Unbekümmertheit der Feiernden deutlich zu spüren.

Mal kurz unter die Dusche zum Abkühlen.
Mal kurz unter die Dusche zum Abkühlen. © Michael Schick

Auch die 35 Jahre alte Julia aus Frankfurt freut sich, endlich dort tanzen zu können. Sie war bereits früher mal bei einem World Club Dome am Stadion. In diesem Jahr hat sie ausschließlich Tickets für die Pool-Session gekauft. „Die Atmosphäre ist hier so entspannt und alle sind gut drauf“, sagt sie. Im Bereich rund um das Stadion sei das Gedränge so groß, während sie hier auf der Wiese ausreichend Platz für sich habe. Dann sagt, dass sie auch nicht wegen der Musik hier sei. „Die meisten der Künstler hier kenne ich gar nicht.“ Für sie zähle das Gesamtkonzept.

Während Julia für alle drei Tage ein Ticket hat, sind Max und Anika am Samstag ins Stadionbad gekommen. „Wir feiern bis zum Schluss und fahren später noch nach Heidelberg zurück“, berichtet der 36-Jährige. Beide kommen gerade aus dem Wasser und lassen sich nun trocknen. Das Wasser sei erfrischend, versichert Max. An so einem heißen Tag durchaus willkommen. Nur die langen Wartezeiten beim Getränkeholen nervten etwas. Die Stimmung werde das aber nicht vermiesen und musikalisch sei man offen für alles, ergänzt die 33-Jährige.

Fernab des Stadionbads, auf den Trainingsplätzen am sogenannten Sommerweg, erwartet die Besucherinnen und Besucher etwas völlig Entgegengesetztes: Hitze und Feuer. Während von oben die Sonne knallt, schießen auf Knopfdruck Flammen aus der Outdoor-Hauptbühne. Dort legt gerade ein Vertreter des Kollektivs Glockenbach auf und bringt die Menschenmenge vor der Bühne mit einer aufgemotzten Version des Songs „Uptown Funk“ zum Schwitzen.

Weiter geht es den Weg entlang vorbei an den hohen Säulen mit den Konterfeis so mancher Künstler, die am Abend noch spielen werden. Auch aus den Säulen schießen dann und wann Flammen.

Probleme beim Einlass

Auf Social Media gab es am Freitag mehrere Berichte über Probleme beim Einlass auf das Festivalgelände. Demnach hätten viele Menschen mehr als eine Stunde warten müssen, bis sie endlich an ihr Ticket kamen. Es bildeten sich lange Schlangen an den Eingängen.

Der Veranstalter Big City Beats teilte dem Hessischen Rundfunk mit, dass es „unmittelbar vor Beginn des Einlasses leider ein technisches Problem aufgrund eines kurzzeitigen Ausfalls des Internets im gesamten Stadionkomplex“ gegeben habe. Das Hochfahren des Systems habe bereits zu längeren Wartezeiten geführt. Zudem seien die Besucher zwei bis drei Stunden später als noch 2019 und auch in größerer Zahl auf einmal gekommen. Diese Kombination hätte zu den Warteschlangen geführt. mic

An der Zombie-Stage heißt es hingegen „Freitag, Samstag fick ich mein’n Kopf, feier ich non-stop“. Dort rasten die Leute noch mehr aus, alles springt und singt beim Refrain. Nebel schießt aus den Maschinen an der Bühne, die gruselig und verfallen inszeniert wurde, um ihrem Namen alle Ehre zu machen.

Apropos Name: Diesmal soll der World Club Dome in der Las-Vegas-Edition daherkommen. Zwar sieht man ab und an mal ein Pik-, Karo- oder Herzzeichen wie auf Spielkarten, aber viel mehr „Vegas“ gibt es nicht zu sehen. Zumal die Wüstenstadt auch ein bisschen mehr zu bieten hat als nur Casinos und Black Jack. Man darf durchaus skeptisch sein, ob sich das beim Dome 2023 ändert, wenn das Thema Atlantis lautet. Aber am Ende kommen die meisten ja eh wegen der Musik.

Entweder ins Stadionbad springen oder ein Bad in der Menge genießen.
Entweder ins Stadionbad springen oder ein Bad in der Menge genießen. © Michael Schick

Zurück nach Frankfurt. Dort sind am Samstagnachmittag Hendrik und Tim aus Karlsruhe auf dem Weg zur nächsten Bühne. Sie nehmen sich aber kurz Zeit für ein Schwätzchen. Beide sind zum ersten Mal beim WCD und begeistert. „So eine Auswahl kriegt man sonst nirgends“, ist sich der 33-jährige Hendrik sicher. Sein 22-jähriger Kumpel freut sich auf Phil Fuldner. Am Sonntag werden sie ebenfalls wieder dabei sein.

Auch im Inneren des Stadions gibt es eine Bühne. Sie ist sogar die Indoor-Hauptbühne, auch wenn man ihr das am späten Samstagnachmittag nicht wirklich ansieht. Während draußen Menschenmassen vor den Bühnen feiern, ist die Anzahl im Inneren eher überschaubar. DJane Mattn gibt sich Mühe, doch bei Superwetter und geschlossenem Stadiondach ziehen es die meisten wohl vor, draußen zu feiern.

Wer vom Feiern eine Pause braucht, sitzt im als „Food und Chill-Area“ titulierten Bereich nahe der Hauptbühne im Freien. Dort gibt es Hängematten, Shishas und jede Menge zu essen. Die meisten Menschen haben sich auf dem Rasen gesetzt und lauschen den fernen Klängen oder reden miteinander. Viele sitzen mit freiem Oberkörper dort. Rote Haut weist darauf hin, dass Sonnencreme nicht ganz oben auf der To-do-Liste stand.

Die Mainstage mit DJ Timmy Trumpet.
Die Mainstage mit DJ Timmy Trumpet. © Michael Schick

Ein paar Meter weiter gibt es die Möglichkeit, den WCD noch unvergesslicher zu machen als nur mit einem Sonnenbrand. Für einen nicht unerheblichen Betrag können sich Interessierte ein Tattoo stechen lassen. Die Beispielbilder am Eingang locken mit einer Palme, einem Schmetterling, mit Sternzeichen oder einem von rund 40 verschiedenen Herzen. So wirklich durchringen kann sich allerdings keine beziehungsweise keiner der Umstehenden.

Antonia und Angelina aus Dillenburg haben auch keine Lust auf Tattoos, dafür aber auf Saufen und Partymachen, wie sie sagen. Für beide ist es der erste Dome und sie haben sich in einem Hotel in der Stadt eingemietet, statt auf dem Campingplatz zu schlafen. „Die Bahnen sind so voll. Es ist eine Katastrophe“, ächzt die 21-jährige Angelina. Dafür sei das Event super und im Superlativ „geil“. An allen drei Tagen seien sie dabei, sagt die 20-jährige Freundin von Angelina. Am Freitag habe ihnen Dimitri Vegas und Steve Aoki besonders gefallen. Und sie freuen sich auf den großen David Guetta, der am Sonntag zum Abschluss spielt.

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