Oper und Schauspiel

Wolkenfoyer der Bühnen in Frankfurt: Landeskonservator betont Denkmalwert

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Bei den Städtischen Bühnen Frankfurt soll das Wolkenfoyer geschützt werden, aber nicht alle Teile des Seelings-Baus von 1902.

Landeskonservator Heinz Wionski hat den Denkmalwert von Teilen der Städtischen Bühnen in Frankfurt verteidigt. Schon 2016 habe das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden zusammen mit der städtischen Denkmalbehörde darauf hingewiesen, dass Elemente der Doppelanlage die Voraussetzungen eines Kulturdenkmals erfüllten.

Dies habe ein neun Seiten langes Gutachten, das auf der Website des Landesamts für Denkmalpflege zugänglich ist, bestätigt. „Das Foyer der Städtischen Bühnen erfüllt die gesetzlichen Voraussetzungen eines Kulturdenkmals aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen“, ist dort als Resümee zu lesen. Denkmalwürdig seien das 120 Meter lange Glasfoyer mit dem „Wolken“-Kunstwerk des Künstlers Zoltán Kemény.

Veranstaltung

Das Kulturdezernatund das Deutsche Architekturmuseum laden zu einer digitalen Podiumsdiskussion über die Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 10. Juni, ab 19 Uhr statt.
Auf dem Podium sitzen Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), Schauspielintendant Anselm Weber und der Stadtplaner und Vorsitzende des Städtebaubeirats, Torsten Becker. Peter Cachola Schmal, Direktor des Architekturmuseums, moderiert.
Die Veranstaltung wird im Livestream aus dem Deutschen Architekturmuseum übertragen unter: www.kultur-frankfurt.de/livestream und www.facebook.com/ffmculture. Bürgerinnen und Bürger können online Fragen stellen. fle

Vorausgegangen war eine Kritik der Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus. Diese spricht sich für eine Rekonstruktion des 1902 fertiggestellten historistischen Schauspielhauses nach dem Entwurf des Architekten Heinrich Seeling aus. Die Aktionsgemeinschaft wirft Wionski unter anderem vor, das Gutachten habe den Denkmalwert der alten Bausubstanz nicht angemessen gewürdigt.

Der Seeling-Bau griff Stilelemente der Renaissance und des Barocks auf. Er wurde während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt, in Teilen wieder aufgebaut und in die 1963 errichtete Theaterdoppelanlage integriert. Dazu sagte Wionski: „Wir konzentrieren uns auf die Elemente des Baus von 1902, die in die Neugestaltung des Foyers der 1960er Jahre integriert wurden.“ Ob ein Erhalt darüber hinaus möglich sei, werde sich „aus dem Projektzusammenhang ergeben“.

Die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hat angekündigt, das Wolkenfoyer in einen künftigen Neubau integrieren zu wollen. Über den oder die Standorte für einen Neubau oder zwei Neubauten herrscht Dissens in der Stadtpolitik. Grüne und SPD wollen die Bühnen am Willy-Brand-Platz halten. Die CDU wirbt für den Osthafen als Standort und informiert darüber bei einem Rundgang am Montag, 8. Juni, 18.10 Uhr, Mayfarthstraße 14.

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