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Georg Oeter im Einsatz auf dem Lohrberg.

Weinlese Frankfurt

Familienausflug zur Weinlese

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Bei goldenem Herbstwetter kommen viele Freiwillige zur Traubenernte auf den Lohrberg. Die Besonderheit auf dem Frankfurter Hausberg ist, dass dort noch alles in Handarbeit erledigt werden muss.

Bei goldenem Herbstwetter kommen viele Freiwillige zur Traubenernte auf den Lohrberg. Die Besonderheit auf dem Frankfurter Hausberg ist, dass dort noch alles in Handarbeit erledigt werden muss.

Zwei Wochen später als im Vorjahr hat am Samstag die Lese auf Frankfurts einzigem innerstädtischen Weingut auf dem Lohrberg begonnen. Grund für die späte Traubenernte sei das kalte Frühjahr und der späte Sommer gewesen, berichtet Winzer Armin Rupp. Dennoch erwartet er einen „guten Jahrgang“ – vergleichbar mit dem Vorjahr.

Die Reben auf dem Lohrberg gehören zum Weingut der Stadt Frankfurt. Auf 1,3 Hektar werden hier Riesling-Trauben für etwa 10.000 Flaschen „Frankfurter Lohrberger Hang“ angebaut. Die Weinstöcke auf dem Frankfurter Hausberg machen jedoch nur einen kleinen Teil des städtischen Weingutes aus. Der Hauptteil des insgesamt 25 Hektar großen Anbaugebietes liegt in Hochheim.

Arbeit ohne Maschinen

Die Besonderheit auf dem Lohrberg ist, dass dort alles in Handarbeit erledigt wird. Ob Rasenmähen, Laubschneiden oder Ernte: Auf dem steilen, eng bepflanzten Lohrberger Hang kann für keine dieser Arbeiten eine Maschine eingesetzt werden. „Dadurch haben wir hier drei bis viermal so viel Aufwand, wie in Hochheim“, berichtet Rupp. Auch deshalb verlässt sich der Winzer bei der Traubenlese nicht nur auf seine Mitarbeiter, sonder auch auf Frankfurter Bürger. Insgesamt hätten sich 35 freiwillige Erntehelfer angemeldet, berichtet Rupp.

„Wir machen schon seit drei Jahren hier mit“, sagt Wolfgang Fischer, der mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern zur Weinlese gekommen ist. „Das ist immer sehr schön – und zum Büro-Job eine willkommene Abwechslung“, findet er. Auch die Kinder haben ihren Spaß. Fachmännisch trennt Fischers Tochter Marlene mit einer Gartenschere die Weinrebe vom Stock und wirft die Trauben in einen Bottich. Die Arbeit gefällt der Achtjährigen „gut“, auch wenn sie das Stehen am Hang „ein bisschen anstrengend“ findet. Die Ernte auf dem Lohrberg ist für Fischer ein „schöner Herbstausflug mit der Familie“, auch weil die Erwachsenen nach getaner Arbeit das ein oder andere Glas probieren dürfen. „Ein exzellenter Wein. Den hatten wir auch bei unserer Hochzeit, und er kam sehr gut an“, berichtet Fischer. Auch die beiden Nachbarn Georg Oeter und Paul Lemke freuen sich schon auf die Vesper nach der Arbeit. „Ich bin zum ersten Mail dabei, und bisher ist es sehr schön“, sagt Oeter. „Bei dem guten Wetter macht es natürlich besonders viel Spaß“, ergänzt Lemke.

Bis Montag will Winzer Rupp mit der Lese fertig sein. Ab dem kommenden Frühjahr können Weinliebhaber dann den 2013er Jahrgang kaufen, entweder direkt im Römer oder bei einigen Weinhändlern. Eine Flasche trockener oder halbtrockener Riesling vom Lohrberger Hang kostet zwischen acht und neun Euro. Wer eine Flasche erwerben will, sollte sich jedoch nicht zu lange Zeit lassen. Gegen November, berichtet Rupp, sei diese Frankfurter Spezialität erfahrungsgemäß ausverkauft.

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