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Es geht immer noch hübscher: Im Frankfurter Kaufhof legt Laura Buhrow nochmal Hand an. Andere Köpfe, maskiert oder aus Kürbisfleisch, sind ebenfalls in Vorfreude.

Halloween in Frankfurt

Zeit zum Gruseln

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Halloween steht vor der Tür, Kaufhäuser bieten jede Menge Kostüme an. Gelegenheiten, um sie zu tragen, gibt es genug, ob auf Partys, im Schwimmbad oder der Straßenbahn.

Wenn am Samstag unheimliche Gestalten den Weg kreuzen, dichter Nebel durch die Straßen wabert und das Mondlicht gespenstische Schatten wirft, dann ist Halloween. Im fünften Stock des Frankfurter Kaufhofs ist schon jetzt alles auf Horrorfilm getrimmt. Hexenkostüme, Lichterketten aus Augäpfeln oder kleinen Geistern, Äxte oder künstliches Blut. Das Angebot ist riesig, eine lange Schlange wartet vor der Kasse. Hüte, Masken und Umhänge wandern über den Ladentisch.

Die Freundinnen Katja Friebel und Marisa Seiffert durchforsten die Ständer und Hänger nach schaurigen Accessoires. Gar nicht so einfach, denn es ist proppevoll. Ganz Frankfurt scheint sich verkleiden zu wollen. „Ich weiß noch nicht genau, was ich werden will“, sagt Friebel. Ein kleines Hütchen, Netzstrumpfhose und Ohrringe hat sie schon. Es soll zwar gruselig sein, aber trotzdem gut aussehen. Ihre Freundin hat sich für ein Vampirkostüm entschieden.

Schon für die Kleinsten gibt es abwaschbare Kürbisgewänder, Skelettanzüge oder Teufeloutfits. Ein kleiner Junge hat sich ein rotes Kostüm mit Maske ausgesucht. „Das sieht ganz schön schrecklich aus“, sagt er und fuchtelt gefährlich mit einer Sense herum. „Das ist ja auch das Ziel“, sagt seine Mutter. Für die eigene Halloweenparty gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Wohnung möglichst gruselig herzurichten. Spinnweben, Servietten, große Spinnenbeine, blinkende und schreiende Totenköpfe, kleine Skorpione. „Diese Tischdecke macht jedes Zuhause alt und unheimlich“, steht auf der Verpackung eines löchrigen Tuchs.

Um die Transformation zu einer Schauergestalt komplett zu machen, bekommt man Gebisse, Blutkapseln zum Draufbeißen oder grünes Alienblut. Die rote oder grüne Kurzhaarperücke „sexy Lola“, „Scary Skin, ideal für verottende Haut, für Risse und Falten“ helfen zusätzlich. Es gibt unterschiedlichste Schock-Utensilien: Stigmata-Wunden oder Einschusslöcher zum Aufkleben zum Beispiel, das Modell „Kehlenschnitt“ verspricht einfache Anwendung, das Wundenset beinhaltet Filmblut und Hautkleber, soll „täuschend echt und mehrfach verwendbar“ sein.

„Wir sind für Samstag gut aufgestellt“, sagt Laura Buhrow, die Assistentin der Abteilungsleitung. „Bei Mädchen ist das der Renner dieses Jahr“, sagt sie und zeigt auf ein schwarz-rosa glitzerndes Kleidchen mit einem Totenkopf. Bei den Jungs sei Dracula sehr gefragt. Masken wie Teufelsgesichter mit Hörnern sind bei Erwachsenen beliebt. Aber natürlich auch die Dauerrenner Vampirzähne, Kunstblut und Theaterschminke. Katja Friebel hat sich mittlerweile für ein schwarzes Netzkleid und eine schwarze Perücke entschieden. Damit will sie auf die Halloween-Party in der Batschkapp gehen. Die soll sich in einen düsteren Ort des Schreckens verwandeln in deren Räumen Monster durch die Halle ziehen. Orte zum Feiern gibt es in Frankfurt genug. Die Frage ist eher, wo wird keine Halloween-Party organisiert? Im Zoom-Club sollen die Schönen und Wilden der Nacht bereits am Freitag ihr wahres Gesicht zeigen, egal ob maskiert oder unmaskiert. Für Monster, Zombies, Untote und alle anderen schaurigen Kreaturen gibt es einen Welcome-Drink aufs Haus.

Der Chango Latin Palace feiert am Samstag den Dia de los Muertos (Tag der Toten), in Mexico einer der wichtigsten Feiertage. Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten an diesem Tag zum Ende der Erntezeit zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Ein Airbrush-Artist wird vor Ort sein und den Gästen die bekannten Totenmasken aufmalen. Halloween-Darsteller zeigen Shows, dazu gibt es Blut-Drinks und morbide Süßigkeiten.

Eine gruselige Partynacht plant auch der Velvet-Club. „Luzifer selbst feiert diese als wäre es die geilste Hölle auf Erden“, verspricht die Ankündigung. Der Club in der Innenstadt wird zu einer düsteren Gruft, in der Scharen von Vampiren, Zombies und Geister erwartet werden. Für die Feier wird der Innenraum aufwendig dekoriert und umgestaltet. Unters Publikum mischen sich dabei Grusel-Darsteller wie die untoten Mädchen aus tiefen Brunnen, Zombies oder der durchgeknallte Horrorclown. Allesamt sollen furchteinflößende Performances liefern und werden garantiert für Gänsehaut sorgen.

Wer sich beim Tanzen auch noch fortbewegen will, kann in die Partybahn einsteigen. Die Kultgruselbahn fährt am 31. Oktober durch Frankfurt. Wer dabei ist, wird mit Drinks und Musik von einem DJ versorgt und passiert Frankfurts schönste Seiten.
Wem das alles noch nicht reicht, der kann am Sonntag ins Nordwest-Zentrum fahren. Dann verwandelt sich die Schwimmhalle in den Titusthermen in ein Gruselkabinett.

Zur Abschreckung böser Geister können kleine Badegäste Kürbisfratzen schnitzen. Zusätzlich gibt es Aqua-Fun und viele Spiele im und ums Wasser.

Was fehlt noch für ein vollkommenes Halloween? Klar, der Kürbis. Damit man das Gewächs nicht nur als Laterne verwenden, sondern auch das Fruchtfleisch verarbeiten kann, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Frucht reif ist, rät Holger Steinhäuser von der KKH (Kaufmännische Krankenkasse) in Frankfurt. „Die erkennen Sie an einem dumpfen Klopfgeräusch und einem harten holzigen Stiel.“ Je größer der Kürbis ist, umso einfacher funktioniert das Aushöhlen. Kinder können dabei mit Löffeln helfen und die gruselige Fratze auf den Kürbis malen.

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