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Wohnungen im Hochhaus, wie hier im Grand Tower am Güterplatz (Mitte), gehören zu den teuersten in Frankfurt. Foto: Peter Jülich
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Wohnungen im Hochhaus, wie hier im Grand Tower am Güterplatz (Mitte), gehören zu den teuersten in Frankfurt.

Immobilien

Wohnungspreise steigen – nur langsamer

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Trotz der Pandemie ist keine Entspannung auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt in Sicht. Immer mehr Wohnungen wurden 2020 sogar für mehr als 10 000 Euro pro Quadratmeter verkauft.

Die Preise für Eigentumswohnungen in Frankfurt sind im vergangenen Jahr trotz der Pandemie und der Wirtschaftskrise in fast allen Baujahresklassen weiter gestiegen. Nach Zahlen des Gutachterausschusses für Immobilienwerte für Frankfurt, der alle Kaufverträge auswertet, wurden sie im Durchschnitt für 5730 Euro pro Quadratmeter verkauft. Das ist ein Anstieg um knapp sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nur noch 362 Wohnungen wechselten für Preise unter 3500 Euro pro Quadratmeter die Eigentümer:innen, vor zwei Jahren waren es noch 852 Einheiten.

Zuletzt waren die Preise für Eigentumswohnungen in Frankfurt allerdings sogar noch stärker gewachsen, von 2018 auf 2019 etwa um gut zehn Prozent. Der etwas geringere Anstieg liegt nach Ansicht von Michael Debus, dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses, eher nicht an der Corona-Krise, sondern an dem schon sehr hohen Preisniveau. „Irgendwann ist eine Grenze erreicht“, sagte er am Dienstag bei der Vorstellung der Zahlen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) beobachtet, dass es inzwischen länger dauere, besonders teure neue Wohnungen zu vermarkten als in den vergangenen Jahren. Für auch künftig langsamer steigende Preise spreche zudem die Entwicklung bei den Baugrundstücken. Deren Preise hätten im vergangenen Jahr nur noch um fünf Prozent zugelegt – und damit in viel geringerem Umfang als etwa in den Jahren 2017 und 2018.

Noch im Jahr 2010 wechselten neue Wohnungen im Durchschnitt für unter 3000 Euro pro Quadratmeter die Eigentümer. Nun liegt der Wert bei 7670 Euro pro Quadratmeter. Für 209 Wohnungen wurden sogar mehr als 10 000 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Bei diesen handelt es sich zum größten Teil um Wohnungen in Hochhäusern.

Preise für Altbauwohnungen sinken

Kein Wunder denn auch, dass die höchsten Neubaupreise in den Stadtvierteln erzielt werden, in denen Wohntürme entstehen, also im Bereich Altstadt/Innenstadt mit fast 13 000 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt und dem Europaviertel mit mehr als 12 500 Euro pro Quadratmeter. Selbst in Stadtteilen weitab der City haben die Preise für neue Wohnungen ein noch vor Jahren unvorstellbares Niveau erreicht. 28 Einheiten in Nied wurden im Durchschnitt für 8180 Euro pro Quadratmeter verkauft; für Kalbach nennt der Gutachterausschuss einen Durchschnittswert von 7390 Euro pro Quadratmeter für dort 21 verkaufte neue Wohnungen.

Stark verteuert haben sich auch Wohnungen der Jahrgänge ab 1991 ohne Neubau. Gegen alle Trends gesunken sind dagegen die Preise für Altbauwohnungen, was nach Angaben von Debus mit größeren Verkäufen von Wohnraum in schlechteren Lagen zu tun hat. Altbauten in den zentralen Stadtteilen bleiben extrem teuer. Im Westend liegen die Preise für dieses Segment im Durchschnitt über 10 000 Euro pro Quadratmeter. Es folgen Nordend und Ostend mit 6660 und Sachsenhausen mit 6560 Euro pro Quadratmeter.

Weiter stark gestiegen sind die Preise für Eigenheime. Die sind auch in Frankfurt gefragt, werden aber in geringem Umfang verkauft oder neu gebaut. Entwicklern gelingt es nach Zahlen des Gutachterausschusses dadurch inzwischen, neue Reihenmittelhäuser für mehr als eine Million Euro zu veräußern. Auch Bestandseigenheime sind sehr teuer. Für ein freistehendes Einfamilienhaus in Frankfurt der Baujahre bis 2015 zahlten Käufer:innen im vergangenen Jahr im Durchschnitt etwa eine Million Euro – mehr als doppelt so viel wie in Südhessen und fast fünfmal so viel wie in Nordhessen.

Obwohl in der Corona-Krise das Arbeiten von zu Hause eine völlig neue Dimension erreicht hat, gehen Debus und Josef nicht davon aus, dass bald reihenweise Bürotürme in Wohnraum umgewandelt werden. Zwar werde damit gerechnet, dass auch nach der Pandemie mehr Beschäftigte im Homeoffice arbeiteten, hieß es. Noch spiele das Thema Konversion im Bürosegment aber keine große Rolle. Und das nicht zuletzt aus Kostengründen. Der Umbau von Büros in Wohnraum sei eine „teure Angelegenheit“, sagte Josef.

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