+
Wohnungen in Frankfurt dürften trotz Corona-Krise begehrt bleiben. 

Wohnen

Wohnungspreise in Frankfurt könnten trotz Corona-Krise steigen

  • schließen

Makler rechnen trotz Krise nicht mit sinkenden Preise und Mieten für Wohnungen in Frankfurt. Die Nachfrage könne steigen. Und das lasse die Preise noch wachsen.

Die Corona-Krise wird nach Einschätzung von Immobilienexperten nicht zu sinkenden Mieten und Preisen für Wohnungen führen. Zwar beobachtet etwa der Maklerverband IVD Mitte derzeit einen Nachfragerückgang. Immobiliensuchende warteten in der Krise ab. Dabei spielten die Sorge um die allgemeine weitere wirtschaftliche Entwicklung, aber auch Kurzarbeit und drohende Arbeitslosigkeit eine Rolle, heißt es. Für den Moment sei der Aufwärtstrend bei den Preisen für Immobilien gestoppt. Diese blieben vermutlich im nächsten halben Jahr stabil. Sobald die Pandemie überwunden sei, könne es aber sogar zu einer Flucht in sichere Anlagen wie „Betongold“ und damit zu neuen Preisanstiegen kommen.

Das Maklerhaus Nai Apollo rechnet deutschlandweit höchstens mittelfristig mit Miet- und Kaufpreisrückgängen in vereinzelten Märkten. Langfristig werde sich der Wohnungssektor wieder stabilisieren. Nach überstandener Krise könnten die Kaufpreise und Mieten in vielen Regionen steigen. Das Angebot sei gering. Die Nachfrage könne aber sogar wachsen, sagt Konrad Kanzler von Nai Apollo. Dabei denkt er an „internationale Zuwanderung vor allem aus Ländern, die von der Covid-19-Pandemie und deren Folgen stärker betroffen sein werden“.

Mietniveau schon sehr hoch

Selbst wenn es zu leicht sinkenden oder stagnierenden Preisen und Mieten käme, wäre das für Menschen, die in Frankfurt eine für sie bezahlbare Wohnung suchen, keine echte Erleichterung. Denn diese sind in den vergangenen Jahren auf Niveaus gestiegen, die sich selbst Gutverdienende kaum leisten können. Der Maklerverband IVD sieht die Mieten für Bestandswohnungen im mittleren Wohnwert derzeit bei 10,50 Euro pro Quadratmeter im Schnitt, bei gutem Wohnwert bei 13 Euro. Für neue Wohnungen und Wohnungen mit sehr gutem Wohnwert nennt er Zahlen von 14 Euro pro Quadratmeter. Beim Maklerhaus JLL geht man allerdings von deutlich höheren Preisen aus. Dort sah man die Angebotsmieten für Wohnungen im Median schon im Januar bei 15,35 Euro pro Quadratmeter.

Auch bei den Kaufpreisen geht der IVD von niedrigeren Werten aus als andere Marktbeobachter. Für ein frei stehendes Eigenheim mit gutem Wohnwert müssen Käufer nach dessen Zahlen 1,05 Millionen Euro hinlegen, für ein Reihenhaus eine halbe Million Euro, für eine Wohnung in guter Wohnlage 4700 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen in sehr guter Lage kosteten im Schnitt mehr als 7000 Euro pro Quadratmeter, in Toplagen bis zu 12 000 Euro pro Quadratmeter.

Nach Zahlen des Gutachterausschusses für Immobilienwerte zahlten Käufer schon 2019 für Wohnungen im Schnitt 5300 Euro pro Quadratmeter. Nach Zahlen von JLL wurden Wohnungen in Frankfurt im Mittel für 5860 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare