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Eine Wohnung im Nordend können sich viele nicht mehr leisten.

Mieten

Wohnungsnot im Rhein-Main-Gebiet hemmt auch die Wirtschaft

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Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Mietpreisen und einem möglichen Jobwechsel auf.

Der angespannte Wohnungsmarkt im Rhein-Main-Gebiet wird zunehmend zu einem Problem für die Frankfurter Wirtschaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Das Unternehmen hatte 400 berufstätige Menschen in der Rhein-Main-Region nach dem Verhältnis zwischen Mietpreisen und Arbeitsplatz befragt. Dabei kam heraus: Die Arbeitnehmer in Frankfurt und Umgebung schätzen zwar das Leben in der Region. Insbesondere hoben sie die Einkaufsmöglichkeiten, die Verkehrsinfrastruktur und die Situation auf dem Arbeitsmarkt positiv hervor. Aber: Sechs von zehn Befragten zeigten sich mit Immobilien- und Mietpreisen sowie dem Angebot von Wohnungen auf dem freien Markt unzufrieden. Besonders kritisch äußerten sich die 35- bis 49-Jährigen.

Entwicklung ist für die Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet ein Problem

Diese Entwicklung ist für die Wirtschaft im Rhein-Main-Gebiet ein Problem, wie Michael Burkhart, Standortleiter Frankfurt bei PwC, erklärt. Die Mietpreise seien nämlich der wichtigste Faktor bei der Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel.

In der Umfrage sagten 55 Prozent, dass sie bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes vor allem auf bezahlbare Mieten am neuen Ort achteten – in dem Ranking stehen die Länge des Anfahrtswegs (45 Prozent) und die Kosten für Wohneigentum (41 Prozent) auf den folgenden Plätzen.

Eine Entspannung des Wohnungsmarkts ist nicht in Sicht, wenn man den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie glaubt. 88 Prozent der Befragten glauben, dass in Zukunft nur noch Gutverdiener in die Städte ziehen könnten. „Pflegekräfte und Handwerker werden sich perspektivisch Wohnungen in den Großstädten und Ballungsräumen nicht mehr leisten können“, sagt Michael Burkhart.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sei zunächst einmal die Politik gefordert, sagte der Experte von PwC. Aber auch die Unternehmen selbst könnten ihre Mitarbeiter unterstützen. In der Studie schlugen die Befragten etwa vor, die Arbeitgeber könnten Betriebswohnungen stellen, Mieten bezuschussen, Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort übernehmen oder Mietsteigerungen durch Gehaltserhöhungen ausgleichen.

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