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Angeboten werden Wohnungen in Frankfurt durchaus. Meist sind sie aber sehr teuer.

Immobilien

Wohnungsmarkt bleibt angespannt

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Maklerhäuser beobachten trotz Corona-Krise einen weiteren Anstieg von Mieten und Preisen in Frankfurt und der Region. Das hat auch mit der Nachfrage von Großinvestoren zu tun.

Wer in Frankfurt und Region eine Wohnung mieten oder kaufen will, muss trotz der Corona-Pandemie und der Wirtschaftskrise, die das Rhein-Main-Gebiet heftig trifft, mit weiter steigenden Preisen rechnen. Nach Zahlen des Maklerhauses Colliers sind die Mieten und Preise für Bestandswohnungen in Frankfurt, aber auch den anderen Großstädten der Region auch im bereits von der Krise geprägten ersten Halbjahr gewachsen. In Frankfurt liegt die Miete für Bestandswohnungen, die neu vergeben werden, nach Beobachtung des Unternehmens pro Quadratmeter bei 13,55 Euro, in Darmstadt bei 11,05, in Offenbach bei 10,70 und in Wiesbaden bei 10,50 Euro pro Quadratmeter. Geförderter Wohnraum und kleine, oft möblierte Apartments bis 35 Quadratmeter fließen in diese Zahlen nicht ein.

Das Institut Empirica, das möblierte Wohnungen ebenfalls ausklammert, sieht die Angebotsmieten im dritten Quartal in Frankfurt im Durchschnitt bei 13,50 Euro pro Quadratmeter, in Darmstadt bei 11,11, in Wiesbaden bei 10,54 und in Offenbach bei 10,27 Euro pro Quadratmeter.

Mittelfristig geht man bei Colliers von einem weiteren Anstieg der Mieten in Frankfurt und Region aus. Dieser werde aber eher moderat sein, schätzt der Wohnungsmarktexperte Felix von Saucken im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Große Preissprünge seien nicht mehr zu erwarten. Mit Rückgängen rechnet er aber auch in der Krise nicht. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet blieben auch in Zukunft eine Region mit erheblichem Zuzug, sagt er. „Daher wird auch der Druck auf dem Wohnungsmarkt hoch bleiben.“

Auch Eigentumswohnungen in Frankfurt und der Region haben sich während der Corona-Pandemie weiter verteuert. Für eine Bestandswohnung in Frankfurt sind nach Zahlen von Colliers im Durchschnitt 5440 Euro pro Quadratmeter zu zahlen, wer in Darmstadt kaufen will, muss mit Preisen von 3940 Euro pro Quadratmeter, in Wiesbaden von 3800 Euro pro Quadratmeter, in Offenbach von 3580 Euro pro Quadratmeter rechnen. Neubauwohnungen sind jeweils noch viel teurer.

Preistreibend wirkt nach Beobachtung des Maklerhauses nicht nur die Nachfrage von Privatleuten. Von Saucken beobachtet zudem, dass Großinvestoren Geld in Wohnimmobilien umschichteten, weil diese keine hohe Rendite, aber viel Sicherheit versprächen. Nach einer Befragung des Maklerhauses ist der Anteil der Investoren, die Wohnimmobilien suchen, seit Ausbruch der Corona-Pandemie sogar gestiegen.

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