1. Startseite
  2. Frankfurt

6800 Wohnungen an der A5 in Frankfurt: CDU stimmt gegen ursprünglich eigene Pläne

Erstellt:

Von: Christoph Manus

Kommentare

Die Frankfurter Vierer-Koalition treibt die Entwicklung von Wohngebieten im Nordwesten voran. Auch „Die Fraktion“ stimmt dafür, die CDU stellt sich inzwischen dagegen.

Frankfurt – Der Bau großer neuer Quartiere im Frankfurter Nordwesten rückt gut fünf Jahre nach dem Beginn von vorbereitenden Untersuchungen deutlich näher. Die Stadtverordneten werden am Donnerstag kommender Woche aller Voraussicht nach den Magistrat beauftragen, die Bebauung auf das Gebiet östlich der Autobahn 5 zu beschränken und für die Entwicklung dieses Areals ein Zielabweichungsverfahren vom regionalen Flächennutzungsplan zu beantragen. Das haben die Koalitionsfraktionen von Grünen, SPD, FDP und Volt am Dienstagabend im städtischen Planungsausschuss mit ihren Voten deutlich gemacht.

Außer der Römer-Koalition stimmt auch die Fraktion „Die Fraktion“ dafür, die Pläne nun voranzutreiben. Die CDU, die die Entwicklung dieses bisher landwirtschaftlich geprägten Gebiets einst gemeinsam mit den damaligen Koalitionspartnern SPD und Grüne vorgeschlagen hatte, stellt sich dagegen inzwischen gegen die Pläne. Sie wirbt nun nur noch für eine Arrondierung der bestehenden Bebauung – und das ohne Entwicklungsmaßnahme,

Wohnraum für 17.000 Menschen könnte im Frankfurter Nordwesten entstehen

In den Nachbarstädten und der Regionalversammlung waren die Frankfurter Überlegungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme beidseits der A5 auf Widerstand gestoßen. Auch deshalb setzen Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und die Koalition inzwischen auf eine kleinere Lösung als eine Art Kompromissangebot. Trotz der Beschränkung auf die Flächen östlich der Autobahn könnten in drei neuen Quartieren in Nähe der Bestandsbebauung von Niederursel, der Nordweststadt und Praunheim aber etwa 6800 Wohnungen entstehen und einmal gut 17 000 Menschen leben. Zu 30 Prozent muss geförderter Wohnraum entstehen. Auch Gewerbe soll Platz finden. Standorte für zwei weiterführende Schulen und drei Grundschulen sind vorgesehen.

So sieht es bisher im Areal im Nordwesten Frankfurts aus.
So sieht es bisher im Areal im Nordwesten Frankfurts aus. M. Schick © Michael Schick

Josef hatte bereits vor Wochen sehr dafür getrommelt, nun in die Realisierung zu gehen. Sobald das Stadtparlament grünes Licht gibt, werde die Stadt rasch die Planänderung beim Regierungspräsidium beantragen, sagte er am Rande der Sitzung. Über die Aufnahme des Gebiets in den Flächennutzungsplan hat dann die Regionalversammlung zu entscheiden,

SPD sieht Chance für ökologische und sozial wertvolle Modellquartiere im Nordwesten Frankfurts

„Wir können mit dem neuen Stadtteil ein neues Frankfurt gestalten“, sagte Simon Witsch (SPD) am Abend. Im Nordwesten könnten ökologische und sozial wertvolle Modellquartiere entwickelt werden. Julia Frank (Grüne) wies darauf hin, dass dort dringend benötigter günstiger Wohnraum entstehen könne.

Eyup Yilmaz (Linke) bezweifelte das. Und warnte vor einem zweiten Europaviertel oder einem zweiten Riedberg. Albrecht Kochsiek (CDU) warf der Koalition vor, die großen Hürden für das Baugebiet nicht zu sehen, „Sie reiten ein totes Pferd.“ (Christoph Manus)

Auch interessant

Kommentare