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Wohnungen kommen oben drauf

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Von: Fabian Böker

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Die Adolf-Miersch-Siedlung in Niederrad wird derzeit an mehreren Stellen modernisiert.
Die Adolf-Miersch-Siedlung in Niederrad wird derzeit an mehreren Stellen modernisiert. © christoph boeckheler*

Die Nassauische stockt in der Niederräder Adolf-Miersch-Siedlung auf. Doch weil zwei Mietparteien Einspruch eingelegt haben, kommt es zu Verzögerungen. Die Arbeiten seien alles in allem aber im Zeitplan.

Aus der Baubranche waren wegen der Corona-Pandemie oft Klagen über Verzögerungen zu hören. Auch beim Bauvorhaben der Nassauischen Heimstätte Wohnstadt (NHW) in der Niederräder Adolf-Miersch-Siedlung gibt es Verzögerungen – die haben aber andere Gründe. Generell kämen die Arbeiten aber gut voran, hieß es am Dienstag auf einem Vor-Ort-Termin. Die NHW treibt damit ihren Plan der teilweisen Aufstockung voran.

Aktuell wird in der Jugenheimer Straße gearbeitet. Die Wohnungen in den Hausnummern 59-61 und 63-65 wurden im vergangenen Jahr vollständig modernisiert, nun werden sie mittels einer Holz-Rahmen-Bauweise aufgestockt. Dadurch entstehen 14 neue Wohnungen.

„Die Arbeiten entsprechen unserer Nachhaltigkeits- und Klimaschutzstrategie“, erklärt Holger Lack, Leiter des NHW-Regionalcenters Frankfurt. Durch die Aufstockung schaffe man Wohnraum, ohne zu verdichten. Ein ähnliches Verfahren wandte die NHW auch bereits in der Fritz-Kissel-Siedlung in Sachsenhausen an. Bei der Modernisierung der Wohnungen sei „vor allem die Erstinstallation einer neuen, zentralen Heizungsanlage dringend notwendig“ gewesen, ergänzt Karin Hendriks, Leiterin des NHW-Unternehmensbereichs Modernisierung/Großinstandhaltung. Über allem stehe das Ziel, „unseren Wohnungsbestand bis 2050 klimaneutral zu entwickeln“.

623 Wohnungen

Im Bestand der NHW in der Adolf-Miersch-Siedlung befanden sich vor Beginn der Arbeiten 503 Wohnungen, verteilt auf die Adolf-Miersch-Straße, die Melibocusstraße und die Jugenheimer Straße.

92 Wohnungen sollen bis zum Jahr 2027 neu gebaut werden im Quartier; 25 davon sind bereits 2017 fertig.

Weitere 28 Wohnungen entstehen in den kommenden Jahren durch Aufstockung.

Alles in allem werden nach Abschluss der Arbeiten 623 Wohnungen zur Verfügung stehen. bö

Nebenan, in den Häusern 53-57, stocken die Arbeiten allerdings. Dort sollte bereits 2020 modernisiert und anschließend aufgestockt werden. Doch die Arbeiten ruhen, weil zwei Mietparteien Einspruch eingelegt haben. Dieser mittlerweile juristisch ausgetragene Streit „zieht sich seit mehr als einem Jahr hin“, sagt Holger Lack, ist aber guter Dinge, dass die NHW sich durchsetzen werde. So lange aber können 24 Wohnungen nicht saniert werden.

Dort, wo sie – vor allem im Bad, Flur und in der Küche – saniert werden konnten, werde die Miete im Anschluss steigen, stellt die Leiterin des Servicecenters der NHW, Sina Jansohn, klar: von derzeit etwa fünf bis sieben Euro pro Quadratmeter auf sieben bis neun Euro. „Damit sind wir immer noch unter dem Mietspiegel.“ Das gelte auch für Wohnungen, die durch Auszüge leerstünden und komplett modernisiert worden seien. Da betrage die künftige Miete neun bis zehn Euro pro Quadratmeter. In den aufgestockten Wohnungen zahle man 12,50 Euro.

Andere Preise gelten in den 25 bereits neu entstandenen Wohnungen. Die sollen über den ersten Förderweg vermietet werden. Diese Wohnungen wurden nicht aufgestockt, sondern auf herkömmlichem Weg neu gebaut. So wie es mit weiteren 67 noch geschehen soll.

Gegen diese dann doch stattfindende Verdichtung hatte es bereits Protest gegeben. So hatte die Mieterinitiative Adolf-Miersch-Siedlung eine Kundgebung organisiert, auf der auch die Mieterhöhungen kritisiert wurden.

Die Linke im Römer hatte sich im Dezember kritisch geäußert. Das Wohnungsunternehmen verfolge ein riesiges Modernisierungs- und Nachverdichtungsprojekt, so Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion.

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