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Wohnungen in Frankfurt werden etwas billiger

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Von: Georg Leppert

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Eigentum in Frankfurt ist nach wie vor teuer. Wie sich der Markt entwickelt, lässt sich kaum vorhersagen.
Eigentum in Frankfurt ist nach wie vor teuer. Wie sich der Markt entwickelt, lässt sich kaum vorhersagen. © dpa

Die Trendwende auf Frankfurter Immobilienmarkt hängt mit Krieg und Inflation zusammen.

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für Menschen, die sich in Frankfurt eine Wohnung kaufen wollen. Die gute: Die Preise sind im vergangenen Jahr etwas gesunken. Die schlechte: Sie sind immer noch so hoch, dass selbst mit überdurchschnittlich hohem Einkommen allein eine Finanzierung kaum möglich ist.

Pro Quadratmeter erzielten Verkäufer:innen im vergangenen Jahr 6150 Euro – rund 350 Euro weniger als im Jahr 2021. Dass diese Entwicklung bei Kaufinteressierten nur bedingt für Freude sorgt, zeigt ein Blick ins Jahr 2012. Damals gab es den Quadratmeter im Schnitt für 2780 Euro. Die Preise für Wohnungen haben sich in Frankfurt in den vergangenen zehn Jahren also mehr als verdoppelt, wie der am Mittwoch vorgelegte Bericht des Gutachterausschusses für Immobilienwerte zeigt.

Dennoch spricht Planungsdezernent Mike Josef von einer „Trendwende auf dem Markt“. Der SPD-Politiker nannte aber auch die besonderen Bedingungen, die offenbar zu der Umkehr geführt hatten. Im ersten Halbjahr 2022 waren die Preise nämlich noch gestiegen. Dann aber machte sich die durch Inflation und Krieg in der Ukraine bedingte Krise bemerkbar. Die Verunsicherung unter potenziellen Käufer:innen stieg, die Kreditzinsen taten es ebenfalls. Die Zahl der verkauften Wohnungen ging deutlich zurück, wie Michael Debus vom Gutachterausschuss erklärte.

So wechselten im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 878 Wohnungen im Segment zwischen 7500 und 10 000 Euro proQuadratmeter den Eigentümer. In den folgenden sechs Monaten waren es nur noch 567. Ein Indiz dafür, dass die Menschen sich vor allem teure Wohnungen nicht mehr leisten können oder wollen. Und: Die Wohnungen, die verkauft werden, werden immer kleiner. Im vergangenen Jahr lag der Durchschnitt bei knapp 70 Quadratmetern. Vor zwölf Jahren hatten die Eigentumswohnungen im Durchschnitt eine Fläche von rund 95 Quadratmetern, wie Debus ausführte.

Preise

Eigentumswohnungen im Bestand (also keine Neubauten) waren in Frankfurt im zweiten Halbjahr 2022 zwischen 1,2 und 4,1 Prozent günstiger als im Jahr 2021. Die Zahl der Transaktionen sank um 25 Prozent.

Bei neuen Wohnungen hing der Preis noch mehr als zuvor von der Lage ab. Spitzenreiter sind Nordend und Ostend (knapp 13 000 Euro pro Quadratmeter), Kalbach (10 100 Euro) und die Teile des Riederwalds, die mit der Nähe zur Europäischen Zentralbank werben können (10 000 Euro). Günstiger wird es in Bockenheim (7700 Euro), Griesheim und Nied (7600 Euro) sowie Rödelheim (7000 Euro).

In Wohnhochhäusern werden kaum noch Apartments verkauft. Der Umsatz ging um 60 Prozent zurück.

Der Durchschnittspreis der verkauften Wohnungen lag bei 442 450 Euro. Das sind rund 65 000 Euro weniger als im Vorjahr, als aber deutlich größere Wohnungen verkauft wurden. geo

Was diese Entwicklung für die Zukunft bedeutet? Das konnte Mike Josef am Mittwoch nicht sagen. Der Planungsdezernent sprach von einem „sehr uneinheitlichen“ und „volatilen“ Immobilienmarkt. Möglich sei, dass die von der Inflation bedingten Lohnsteigerungen den Menschen Spielräume für höhere Preise verschafften. Zu beobachten sei dieser Effekt noch nicht. Im Gegenteil: Mögliche Gehaltserhöhungen würden durch höhere Lebensmittelpreise und Energiekosten wieder aufgebraucht.

Gerade weil die Entwicklung auf dem Markt für Kaufinteressierte kaum abzusehen sei, sei es wichtig, dass die Römer-Koalition bei der Stadtentwicklung auch auf Mietwohnungen setze, so Josef. Umso erfreulicher sei die Entscheidung für den neuen Stadtteil im Nordwesten der Stadt. Der Planungsausschuss der Stadtverordneten hatte am Dienstagabend für neue Quartiere an der A5 votiert.

Dennoch müsse die Stadt die Förderbedingungen für den Wohnungsbau anpassen, sagte Josef. Anders ließen sich gestiegene Zinsen und Baukosten nicht ausgleichen.

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