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Geldbörse mit Kleingeld

FR-Altenhilfe

Die Wohnung ist ihr ganzer Stolz

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Bettina A. möchte nicht umziehen ? aber wieder gesund werden. Sie hofft auf Unterstützung der FR-Altenhilfe.

Seit über 40 Jahren wohnt Bettina A. in ihrer Wohnung in Eschersheim. 78 Quadratmeter ist sie groß, hier hat sie ihren Sohn großgezogen und wurde von ihrem Mann misshandelt. „Jetzt weißt Du, dass ich jähzornig bin“, habe er ihr ins Gesicht gesagt, nachdem er sie geschlagen hatte. Der Mann ist gestorben, ihr Sohn lebt in Bad Vilbel und kann sie, weil er kein Auto hat, nicht allzu oft besuchen. Derzeit kann Bettina A. kaum gehen. Sie wurde an beiden Beinen operiert – „Venenverschluss, fast schon Thrombose“, erzählt sie.

Eine 77-jährige Nachbarin fragt gelegentlich an, ob sie für Bettina A. etwas vom Rewe mitbringen soll. Das sei ihr eigentlich nicht recht, meint die ein Jahr jüngere Bettina A., die viele Jahre als Schulsekretärin gearbeitet hat. Ein schöner Job? „Ja“, sagt sie, aber auch „anstrengend“ – je nachdem, unter welchem Direktor sie gearbeitet hat.

Mit gerade etwas mehr als 50 Jahren wurde sie wegen einer Krebserkrankung erwerbsunfähig – und so bleibt ihr eine Rente von gerade mal 914 Euro. 846 Euro zahlt sie an Miete. 300 Euro kommen vom Sozialamt dazu. Es sei ihr von der Stadt auch schon eine kleinere, günstigere Wohnung angeboten worden. „Aber ich will hier nicht weg.“

Irgendwie scheint sie mit dem Haus verwachsen. „Hier kann man auch mal im Bademantel zum Briefkasten gehen.“ Es war eine 92-jährige Mitbewohnerin, die sie auf die Altenhilfe der Frankfurter Rundschau aufmerksam machte. Wenn das Geld von der Altenhilfe kommt, „mache ich keine großen Sprünge“. Oft nimmt sie die Unterstützung in Empfang, um das Konto auszugleichen. Trotz ihres sparsamen Lebenswandels sammeln sich immer wieder Schulden an.

Bettina A. freut sich auf den Winter –  „weil ich dann, wenn ich wieder rausgehen kann, eine Mütze tragen kann.“ Das sehe gepflegter aus als ihr Haar in dem jetzigen Zustand. Gern würde sie sich eine Dauerwelle leisten, ist sich aber unsicher, ob das nicht wieder ein Loch ins Portemonnaie reißen würde.

Derzeit verbringt sie die Tage mit Fernsehen und damit, „die Wohnung in Schuss zu halten“. Gern würde sie mehr lesen, doch „die Augen sind auch nicht mehr so.“ Und doch will Bettina A. nicht klagen: „Der liebe Gott hat mir dieses Schicksal gegeben, ich muss es annehmen.“      

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