Bahnhofsviertel

Wohnprojekt in der Niddastraße

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Die Wohnprojekte NiKa und Niddastern planen gemeinschaftliches Wohnen in der Niddastraße.

Wohngemeinschaften sind nicht mehr nur bei Studierenden beliebt: Immer mehr Menschen entscheiden sich, gemeinsam mit anderen zu leben. Bundesweit existieren rund 3000 Initiativen für gemeinschaftliches Wohnen – 65 davon in Frankfurt. Vertreter des Vereins NiKa, der Wohngruppe Niddastern und des Netzwerkes Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen hatten ihre Projekte am Dienstagabend im Ortsbeirat 1 vorgestellt.

Wohngemeinschaften könnten Vorteile wie geteilte Einkäufe oder gemeinsame Autos bieten, sagt Melanie Schreiber von NiKa, der in der Niddastraße 57 in einem alten Bürogebäude Wohnraum für 36 Personen schaffen will. Das Besondere daran: Das Gebäude gehört allen Bewohnern zu gleichen Teilen. Mit der Miete werden die Kredite für den Kauf und den Umbau des Gebäudes gezahlt. Gewinn soll das Hausprojekt nicht erzielen.

„Wir rechnen mit einer Kaltmiete von neun Euro pro Quadratmeter“, sagt Schreiber. „Für das Viertel ist das ein sehr guter Wert.“ Möglich sei das Projekt dank der Stadt, die das Grundstück mit einer Erbpacht für 99 Jahre an den Verein vergeben hat. „Frankfurt ist an dieser Stelle sehr innovativ, da das Grundstück nach dem Konzeptverfahren vergeben wurde“, sagt Birgit Kasper vom Netzwerk Frankfurt. Den Zuschlag für das Grundstück erhielt bei diesem Verfahren nicht der Meistbietende. Nach dem gleichen Verfahren wurde auch das Gebäude in der Niddastraße 59 vergeben. Die Hausgemeinschaft Niddastern will dort ebenfalls Raum für gemeinschaftliches Wohnen schaffen. Beide Projekte sind die ersten, die in Frankfurt nach dem Verfahren vergeben wurden. Weitere sind laut Kasper im Gespräch.

Mit nur fünf Bewohnern ist Niddastern kleiner als NiKa, das Konzept das gleiche. „Wir wollen hier einen Raum schaffen, in dem wir auch im Alter gut zusammen leben können“, sagt Valerian Jenny von Niddastern.

Anfang 2018 wollen beide Gruppen mit dem Umbau beginnen. Vorgesehen sind in den oberen Etagen jeweils Wohnungen, das Erdgeschoss ist für eine soziokulturelle Nutzung reserviert, das oberste Stockwerk soll eine Gemeinschaftsküche beherbergen und Raum für Veranstaltungen bieten. Beide Projekte planen eine Dachterrasse.

Während Niddastern noch keine konkreten Pläne für das Erdgeschoss hat, wollen die Nachbarn in ihrem Haus Platz für einen Kunst- und Kulturraum, eine Sozialberatung und ein Angebot für Kinder schaffen. „Wir möchten einen aktiven Austausch mit dem Viertel“, sagt Schreiber. Vom Erfolg ihres Projektes ist sie überzeugt: „Wir werden dieses Haus für immer zu bezahlbarem Wohnraum machen.“

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