Wohnen

Wohngemeinschaft kann weiter hoffen

  • Stefan Simon
    vonStefan Simon
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Das Frankfurter Integrationsdezernat führt einen Runden Tisch zur Siedlung Bonameser Straße ein.

Das Integrationsdezernat will den vom Ortsbeirat 9 geforderten Runden Tisch zur Wohngemeinschaft Bonameser Straße einführen. Darüber berichtete zuerst die „Frankfurter Neue Presse“.

Der Magistrat hatte den SPD-Antrag nach einem Runden Tisch zur Zukunft der Wohngemeinschaft in der Bonameser Straße im November letzten Jahres noch abgelehnt. Das Baudezernat begründete damals die Forderung nach einem Runden Tisch als nicht zielführend und gab den Anwohnerinnen und Anwohnern die Schuld an der Verunreinigung des Bodens. Dabei sollen die Altlasten auf dem Gelände zum größten Teil auf die Abfallentsorgung der Alliierten, sowie auf die Entsorgung der Schlacke einer Müllverbrennungsanlage in den 60er und 70er Jahren zurückzuführen sein.

Durch das federführende Integrationsdezernat für den Runden Tisch kommt nun Bewegung in die Angelegenheit. „Wir wollen vorankommen, werden aber behutsam vorgehen, um die Bewohnerinnen und Bewohner nicht zu verunsichern“, sagte Jan Pasternack, Sprecher von Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Aktuell sammelt das Integrationsdezernat Informationen und klärt mögliche Teilnehmer eines Runden Tischs. Ziel sei es, eine sichere und würdevolle Wohnsituationen zu gewährleisten, sagte Pasternack.

Für die Frankfurter Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer (Grüne) sei es an der Zeit, dass die Stadt ein klares Signal an die Bewohnerinnen und Bewohner und deren Nachkommen der Wohngemeinschaft sende. „Dazu gehört, dass die Politik die schleichende Vertreibung beendet.“

Für die Grünen-Politikerin gehört die Wohngemeinschaft und ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu Frankfurt und dessen Geschichte. „Es ist gut, dass jetzt endlich der vom Ortsbeirat geforderte Runde Tisch eingerichtet wird.“ In der Bonameser Straße wohnen Nachkommen von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus Repression, Verfolgung und Gewalt ausgesetzt waren, so Feldmeyer weiter. „Die Stadt Frankfurt hat hier auch die Verantwortung, der sie gerecht werden muss.“

Im Jahr 1953 wurden Schausteller, Zirkusangehörige, Schrotthändler sowie Sinti und Roma, auf dem Platz angesiedelt. Teilweise wurden aus den Wohnwagen mit der Zeit kleine, selbst gebaute Eigenheime.

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