Preungesheim

Wohnen an der Weinstraße

Im Westen des Stadtteils entstehen Ein- und Mehrfamilienhäuser mit 27 neuen Wohnungen. Anwohner fürchten Zunahme des Verkehrs.

Zwischen Weinstraße und Gießener Straße soll ein neuer Wohnkomplex mit 27 Wohnungen für rund 70 Menschen entstehen. Wie Architektin Daniela Merten vom Büro „raumwerk“ dem Ortsbeirat 10 am Dienstag erläuterte, werde bei der Planung des etwa 5000 Quadratmeter großen Gebiets die Bauweise der Umgebung berücksichtigt.

Da wären einerseits die umliegenden historischen Höfe mit Scheune und Haupthaus, andererseits die naheliegende Kita in einem höheren Gebäude. Deswegen sollen acht Einfamilienhäuser in neu interpretierter Hofstruktur und 19 Wohneinheiten in einem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Der Wohnkomplex soll klimafreundlich sein, wie Birgit Rogge vom Stadtplanungsamt erklärt. Die Dächer des Mehrfamilienhauses würden begrünt, der Komplex zudem von einer Grünfläche umgeben. Das schaffe zumindest einen „gewissen Ausgleich für die Verdichtung“ des Stadtteils. Außerdem sei ein großer Gemeinschaftshof mit Spielplatz und Liegewiese angelegt. Die Eiche bleibe erhalten, so Architektin Merten.

Projektleiterin Rogge versuchte, auch die Sorge der Anwohner zu entkräften, dass der Verkehr in der engen und oft zugeparkten Weinstraße durch die neuen Nachbarn zunehme: Geplant sei eine private Zugangsstraße, sowie eine Tiefgarage und einige Stellplätze für Besucher.

Sorge vor Verkehr

Ein Anwohner führte jedoch an, dass die Weinstraße erst im vergangenen Jahr zur Einbahnstraße erklärt wurde und dies endlich eine dringend notwendige Verkehrsentlastung bewirkt habe. Er hoffe, dass dies auch mit dem Neubau so bleibe.

Lothar Kramer von den Linken kritisierte zudem, dass die vorgesehenen 30 Prozent geförderten Wohnraums sehr wenig seien. Der Bedarf sei weitaus größer. Außerdem wollte FDP-Ortsbeirat Julian Langner wissen, ob im geplanten Mehrfamilienhaus aufgrund der schlechten Ärzteversorgung in Preungesheim eine neue Praxis denkbar sei. Birgit Rogge verneinte: Das sei zwar geprüft worden, aber es bestehe leider keine Chance, ein neues Ärztezentrum anzusiedeln. Dass Ärzte den Wohnraum jedoch zusätzlich als Praxis nutzten, sei theoretisch möglich.

Projektleiterin Rogge verabschiedet sich vorerst bis zum Winter 2020, wo nach der weiteren Ausarbeitung der Pläne eine neue Bürgerbeteiligung stattfinde. Wenn alles gut laufe, sei das Verfahren 2021 fertig, danach sei eine Bauzeit von zwei Jahren „realistisch“, so Rogge. Mit dem neuen Wohnkomplex ist also voraussichtlich ab 2023 zu rechnen.

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