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Vom alten Saturn ist nichts mehr zu sehen.

Nordend

Wohnen, trainieren und einkaufen

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Das ehemalige Saturngebäude im Frankfurter Nordend an der Berger Straße ist bald fertig. Die vier Gewerbeflächen öffnen bis Ostern.

Der Umbau der Liegenschaft des ehemaligen Elektromarktes Saturn an der Berger Straße steht kurz vor der Fertigstellung. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten an der Fassade und der größte Teil im Inneren abgeschlossen sein. Ab dem kommenden Jahr wird mit dem Vermarktung der 60 neuen Mietwohnungen begonnen. Die vier Gewerbeflächen werden bis Ostern öffnen. 

Seit Ende 2013 lag das Gebäude brach. Jetzt wird es ab Frühjahr wieder mit Leben gefüllt. In den unteren Etagen gibt es rund 8000 Quadratmeter Platz für Gewerbe. Ab dem dritten Obergeschoss ist Wohnraum entstanden. Während für die Unterkünfte noch keine Quadratmeterpreise feststünden, sind die Gewerbeflächen bereits vergeben, berichtet Matthias Wieder von Alba Projektmanagement. Ins Erdgeschoss zögen die Modekette TK Maxx und eine Müller-Drogerie. Beide Läden werden auch im ersten Stock Waren anbieten. Im zweiten Obergeschoss wird ein Fitnessstudio der Kette Fitseveneleven ihre Geräte aufbauen. Ins Untergeschoss, wo früher Schallplatten verkauft wurden, soll ein Rewe-Markt einziehen. Die nur wenige Hundert Meter entfernte Filiale an der Berger 161 unweit des Uhrtürmchens soll dann laut Medienberichten schließen.

Insgesamt 60 Ein- bis Vier-Zimmerwohnungen mit 26 bis 110 Quadratmeter gibt es – zwölf davon barrierefrei. „Wir wollen eine möglichst große Bandbreite abdecken“, sagt Wieder. Die Wohnungen sind größtenteils bezugsfertig und mit Eichenholz-Parkett und Einbauküchen ausgestattet. Ein Teil der Unterkünfte ist zur Berger Straße ausgerichtet, weitere zur Heidestraße hin. Über dem eigentlichen Gebäudekörper wurden drei Solitäre mit 30 Wohnungen errichtet. „Wir wollten eine Art Dorf schaffen“, sagt Architekt Michael Beye. „Dass es nicht zu anonym wird.“ 

Der Name des Projekts lautet dementsprechend auch Berger Village. Ein gewundener Weg führt zu den einzelnen Eingängen. Kleine Gärten sind geplant, bislang wachsen dort aber erst einige Bäume. „Sträucher und Rasenflächen kommen im Frühjahr“, sagt Wieder. Aus Sicherheitsgründen werde das Areal nicht öffentlich zugänglich sein. 

Im Sommer 2017 starteten die Arbeiten an dem 70er-Jahre-Bau, in dem vor dem Saturn ein Kaufhof residierte. Der größte Teil des Gebäudes blieb bestehen, sagt Beye. Lediglich das dritte und vierte Obergeschoss wurden abgerissen, wo auch schon früher rund 60 Wohnungen waren. 

Die Wohnfläche hat sich jedoch auf rund 3300 Quadratmeter verdoppelt. Die Architekten haben die Fassade komplett verändert. Der Elektromarkt sei wie ein Fremdkörper zwischen den spätgründerzeitlichen Häusern auf der Berger gewesen, so Beye. Das jetzige Äußere habe die einstige Struktur aufgegriffen und mute wie drei Häuser an. 

Im Laufe des kommenden Jahres soll auch die Bebauung an der Heidestraße abgeschlossen werden. Dort sind laut Beye weitere 40 Appartements mit Mietwohnungen geplant. Über die Heidestraße werde zudem die Belieferung der Geschäfte erfolgen. Auch die Zufahrt zur Tiefgarage, die rund 170 Stellplätze für Mieter und Kunden bieten soll, liegt dort. 

Gewerbetreibende auf der Berger Straße werden sich über die Fertigstellung freuen. Viele Geschäfte hatten nach dem Auszug des Elektromarktes mit Einbußen zu kämpfen. In unmittelbarerer Nachbarschaft standen temporär bis zu fünf Läden gleichzeitig leer. „Wir sind froh, dass das Gebäude wieder mit Leben gefüllt wird“, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins Bornheim Mitte, Franz Steul. Er rechne aber nicht damit, dass die vier Geschäfte eine ähnliche Zugkraft für die Berger Straße brächten wir der Saturn. Erfreulich sei, dass durch die Tiefgarage Stellplätze für Kunden entstünden.

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