Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Blick auf die neuen Modulhäuser am Sportcampus Bockenheim,
+
Blick auf die neuen Modulhäuser am Sportcampus Bockenheim,

Flüchtlinge in Frankfurt

Wohnen auf dem Sportcampus

  • Nadine Benedix
    VonNadine Benedix
    schließen

262 Flüchtlinge in Frankfurt ziehen heute aus Notunterbringungen in die neuen Flüchtlingshäuser an der Universitätssportanlage im Stadtteil Ginnheim um. Die Modulbauten geben ihnen mehr Privatsphäre.

Ganz idyllisch im Grünen liegen die acht Modulbauten der neuen Flüchtlingsunterkunft – direkt neben den Tennisplätzen der Universitätssportanlagen in Ginnheim. In die nagelneu gebauten Holzhäuser werden heute 262 Geflüchtete aus Notunterkünften in ganz Frankfurt einziehen. „Wir wollen den Menschen in dieser Übergangsunterkunft die Möglichkeit bieten, richtig in Frankfurt anzukommen und sprichwörtlich ihr Ei hier zu legen“, erklärt Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld.

Vor allem mehr Privatsphäre soll es hier endlich geben, betont die Leiterin der Unterkunft, Ayse Kurt, bei einem Vorabrundgang durch die Anlage. Betrieben wird diese vom Deutschen Roten Kreuz Frankfurt. Die Modulbauten befindet sich komplett auf dem Grund der Goetheuniversität, die das Gelände bis zum 31. Dezember 2019 an die Stadt vermietet hat. Danach werden die Modulbauten voraussichtlich wieder abgebaut werden. Die Universität will den Sportcampus dann umgestalten.

Betritt man die Häuser, wird man von angenehmem Kiefernduft empfangen – die Wände sind holzverkleidet. Von den acht Häusern sind vier für Familien gedacht. Sie verfügen über jeweils vier Zweizimmerwohnungen für vier Personen und vier Dreizimmerwohnungen für sechs Personen. Alle Wohnungen verfügen über ein eigenes Bad und eine eigene Küchenzeile. Die restlichen Modulbauten werden als Wohngemeinschaften für Alleinreisende genutzt. Dort gibt es jeweils zwei Gemeinschaftswohnungen mit zehn Zweibettzimmern, einem Aufenthaltsraum mit Küche und jeweils vier Sanitäranlagen.

Haus für allein reisende Frauen

Während zwei der Häuser für alleinstehende Männer gedacht sind, soll es auch ein ganzes Haus für allein reisende Frauen geben. Das achte der Häuser fasst neben einer weiteren Wohneinheit für Frauen einen Treffpunkt und Verwaltungsräume. Es gibt einen Multifunktionsraum für Spiele oder Workshops sowie Büros für Sozialberatung. Auch ein PC-Raum wurde eingerichtet sowie ein privater Frauenschutzraum. „Der besondere Schutz von Frauen ist Teil des Konzeptes dieser Unterkunft“, erklärt Kurt. So sei die Unterkunft unter anderem Teil des deutschlandweiten Unicef-Projektes für Schutz von Frauen und Kindern in Geflüchtetenunterkünften. „Wir haben bei der Bewohnerbelegung auch den außergewöhnlichen Fall rund 40 Prozent Frauen zu beherbergen“, berichtet der Ko-Leiter der Unterkunft, Armin Eckert.

Zudem sei rund ein Drittel der künftigen Bewohner minderjährig. Bisher gibt es vor den Häusern zwei Tartansportfelder für Fußball oder Basketball. Ein Spielplatz soll in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Bewohnern gebaut werden. „Das Konzept wurde in Frankfurt öfter angewandt – wir wollen die Bewohner aktiv miteinbeziehen“, sagt Kurt.

Man wolle indes keine Parallelwelt in der Unterkunft schaffen. „Ziel ist es, dass die Menschen sich in der Stadt integrieren“, so die Leiterin. Ortsvorsteher Axel Kaufmann stimmt zu. „Die Leute sollen vor allem rausgehen“, so der CDU-Mann. Dafür sei auch ehrenamtliches Engagement nötig – viele der Helfer des Labsaals wollen nun auch in der Ginnheimer Landstraße helfen. Auch die Universität hat ihre Kooperation angekündigt. Über das Programm „Start ins Deutsche“, sollen nun auch in der neuen Unterkunft Sprachkurse angeboten werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare