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Am Main sollen neue Wohntürme entstehen.
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Am Main sollen neue Wohntürme entstehen.

Frankfurt-Gutleutviertel

Wohnen am Sommerhoff-Park

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Der Baubeginn im Sommerhoff-Park rückt näher. Dort sollen zwei Wohntürme, ein Studentenwohnheim und eine Schule entstehen. Doch erst muss die Mainova ihr Ammoniaklager einhausen.

Der Sommerhoffpark ist ein Geheimtipp. Schwer zu finden liegt er da – eingerahmt von der Main-Neckar-Brücke und Industrieanlagen. Bald wird es dort mit der Gemütlichkeit vorbei sein. Mehrere Bauvorhaben kündigen sich an. Neben zwei Wohntürmen und einem Studentenwohnheim entsteht auch ein neues Schulgebäude.

Eigentlich sollte alles schon zum Jahresbeginn fertig sein, im Februar 2015 hatte die Stadt den Bauvorentscheid vergeben. Doch in unmittelbarer Nähe der Baustelle betreibt die Mainova ein Ammoniaklager, in dem 80 Tonnen giftiges Gas vorhanden sind, für den Betrieb des Heizkraftwerkes West. Das liegt auf der anderen Seite der Bahnschienen, hat aber gereicht, um alle Bauprojekte vorerst auf Eis zu legen.

Die Mainova wird das Lager nun überdachen und quasi einhausen. Die Kosten teilen sich die Investoren der Bauprojekte für das Sommerhoff-Areal. Die Genehmigung des Regierungspräsidiums liegt vor. Laut Mark Gellert, Sprecher des Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef (SPD), steht damit auch den anderen Baugenehmigungen nichts mehr im Weg. „In absehbarer Zeit“ werde diese erteilt. Und dann geht’s los.

Zum Beispiel mit dem Studentenwohnheim. 398 Appartements entstehen dort unter dem Namen „The Fizz“, die Eröffnung ist laut einer Sprecherin des Betreibers International Campus für das Wintersemester 2018 vorgesehen. Mieten kann man keine der mit Bad 22 Quadratmeter großen Wohnungen mehr, alle sind vergeben. Trotz Mieten von 500 bis 700 Euro. Das sind pro Quadratmeter zwischen 23 und 32 Euro.

Elf bis 17 Euro pro Quadratmeter sollen in den beiden Wohntürmen aufgerufen werden, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Studentenwohnheim entstehen. Bauherr war anfangs die OFB-Projektentwicklung, mittlerweile zeichnet die eigens gegründete Sommerhoff Park 1 KG für die Bauten verantwortlich.

Wenn sie fertig sind, übernimmt die Vermögensverwaltung Aberdeen Asset Management. Dort gibt Bernd Bechheim zu, dass man durch die Verzögerungen „etwas ins Hängen geraten“ sei. „Wir befinden uns in der Warteschleife.“ Er sei aber sicher, dass die Arbeiten nun ins Laufen kommen und die insgesamt 127 Wohnungen in absehbarer Zeit übergeben werden können. 83 Wohnungen entstehen in einem Haus mit 20 Geschossen, 44 im Nachbarbau, der über elf Stockwerke verfügt.

Den Lärm der nahen Bahngleise sollen die künftigen Bewohner nicht wahrnehmen. Das Studentenwohnheim dient als Abschirmung. Das bedeutet aber nicht, dass die Studenten dem Krach ausgesetzt sind. Die Appartements von International Campus befinden sich alle auf der lärmabgewandten Seite des Gebäudes.

Lärm ist auch im weitesten Sinne ein Thema in der Schule am Sommerhoffpark, die bald neue Nachbarn bekommt. Die Schule hat den Förderschwerpunkt Hören, ist eine Einrichtung für Hörbehinderte. Sie soll einen Neubau auf ihrem Gelände erhalten, ein Verwaltungsgebäude ist bereits abgerissen worden. Geplant sind nun neue Verwaltungsräume, eine Mensa, Fach- und Klassenräume sowie Platz für Ambulanzen, wo diagnostische Untersuchungen der hör- und sehbehinderten Kinder erfolgen sollen. Letztere werden neu auf das Gelände ziehen, da die Hermann-Herzog-Schule, die den Förderschwerpunkt Sehen hat, einen Teil des neuen Gebäudes nutzen wird. Rund 75 Kinder bringt sie mit, zusätzlich zu den 190 der Schule am Sommerhoffpark.

Der Neubau soll vier Geschosse haben und 6500 Quadratmeter groß sein. Die Turnhalle ist bereits aufgestockt worden, auch das war Teil des Projektes.

Wann es genau weitergeht, kann man beim Landeswohlfahrtsverband Hessen, dem Träger der Schule, nicht sagen. Man warte darauf, sagt Sprecherin Elke Bockhorst, „dass der Investor der Wohntürme und des Studentenwohnheims eine Baulasterklärung unterzeichnet“. Schule und Bewohner der Neubauten nebenan sollen die Zufahrt nämlich gemeinsam nutzen.

Und es sind nicht nur die Häuser, die diesen Teil des Gutleutviertels verändern werden. Eine zwölf Meter breite Promenade soll künftig den Sommerhoffpark erschließen. Bislang endet der Weg an der Main-Neckar-Brücke.

Egal, wann es los geht und wann alles fertig ist, für den Verein Gude Leut‘ ist klar: Ein Geheimtipp ist der Sommerhoffpark nicht mehr, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind.

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