+
Bislang stehen nur wenige Häuser.

Frankfurt

Zusammen leben im Hilgenfeld

  • schließen

850 Wohnungen entstehen am Frankfurter Berg. Es wird auch Platz für gemeinschaftliche Projekte geschaffen.

Die seit zwei Jahrzehnten geplante Bebauung des Hilgenfelds rückt näher. Schon in zwei Jahren könnten, wenn alles gut läuft, auf der rund 14 Hektar großen, bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche nördlich des Frankfurter Bergs die Arbeiten beginnen. Etwa 850 Wohnungen sollen in dem Areal, das sich die städtische Wohnungsgesellschaft ABG bereits zu 85 Prozent gesichert hat, entstehen und Platz bieten für gut 2000 Menschen. Sie kommen nach einem am Montag vorgestellten städtebaulichen Entwurf des Bonner Büros Thomas Schüler und der Landschaftsarchitekten Faktorgrün aus Freiburg, der als Grundlage für den Bebauungsplan dienen wird, zum größten Teil in drei- bis viergeschossigen Gebäuden, teils auch in viergeschossigen Häusern mit Staffelgeschoss unter.

Wohnen am Bahngleis

Fünf kleine Quartiere, von denen eines die Bebauung der bereits 2007 errichteten Siedlung „Taunusside“ ergänzt, werden sich dem im städtebaulichen Wettbewerb siegreichen Entwurf nach um einen zentralen Platz gruppieren. Dort sollen eine Kita und Einzelhandelsflächen entstehen. Autos werden nur von der Homburger Landstraße aus in das Viertel im Niddatal gelangen, das sich nördlich direkt an die Bahn- und S-Bahn-Trasse anschließt. Wie man die Bewohner aktiv oder passiv vor dem Bahnlärm schützt, wird denn auch im Bebauungsplanverfahren ein größeres Thema sein.

Den Siegerentwurf nannte der Leiter des städtischen Planungsamts, Martin Hunscher, am Montag robust. Er mache alles richtig. So sei etwa im Gegensatz zu den Plänen anderer Bewerber die vorhandene Bebauung deutlich integriert, wirke nicht wie ein Fremdkörper. Der Entwurf passe sich gut in die Landschaft ein, berücksichtige die Klimaaspekte und weise eine hohe Freiraumqualität auf. Von den anderen neun Bewerbungen noch am meisten überzeugten die Jury laut Hunscher ein Vorschlag des Frankfurter Architekten Ferdinand Heide, dessen Entwurf sich an die Siedlungsbauten der 1920er Jahre anlehnt, und ein Entwurf des Kölner Büros De Zwarte Hond mit Blockstruktur.

Konzeptvergabe geplant

Planungs- und Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) hob hervor, dass etwa 15 Prozent der entstehenden Wohnbaufläche am Hilgenfeld für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte reserviert werden. Die Teilflächen sollen, wie er auf Nachfrage sagte, nach dem Konzeptverfahren vergeben werden, also nicht nach Höchstpreis. Auf diese Weise hat die Stadt zuletzt etwa zwei Projektgruppen, die Häuser an der Niddastraße im Bahnhofsviertel bewohnen wollen, ausgewählt. Josef konnte sich gestern vorstellen, dass im Hilgenfeld Wohngruppen und Traditionsgenossenschaften kooperieren, wie sie das bereits in einem Projekt auf dem Riedberg vormachen.

Von den geplanten Wohnungen im Areal sollen, wie Josef sagte, 30 bis 40 Prozent öffentlich gefördert sein. Eigentumswohnungen sind nicht geplant. Die Investitionssumme bezifferte ABG-Geschäftsführer Frank Junker auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Einiges spricht dafür, dass die ABG auch die Erschließung des Wohngebiets übernimmt. Nach Norden hin wird dieses nicht weiter wachsen können. Dort stößt es auf den geschützten Grüngürtel.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare