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Die Infobörse für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen in den Römerhallen - hier am Stand eines genossenschaftlichen Wohnprojekts in Unterliederbach, genannt ULIBA, im Sossenheimer Weg 66.

Wohnen

Wohnprojekte gegen die Einsamkeit

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Gemeinschaftliches Wohnen bringt interessante Nachbarn und kann eine Alternative zum Single-Dasein sein. Eine Informationsbörse im Römer hat Projekte vorgestellt.

Zahlreiche Frankfurter besuchten am Samstag die zwölfte Auflage der Informationsbörse für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen in den Römerhallen. Dabei gab es nicht nur Expertenvorträge zu hören, sondern es stellten sich auch mehrere Institutionen und Initiativen vor, die bereits Projekte realisieren oder demnächst in die Tat umsetzen wollen.

Eins dieser geplanten Objekte möchte der Verein „Gemainsam“ auf den Weg bringen. Auf einem Grundstück in der Bolongarostraße in Höchst soll demnächst ein mehrgeschossiger Neubau mit bis zu zehn Wohnungen entstehen. „Bisher gibt es sechs feste Mietparteien, die einziehen werden, und sieben Interessenten“, sagte Anne Götz vom Verein. Wichtig sei dabei die Mischung – es gibt sowohl junge Familien, die einziehen werden, als auch Menschen jenseits der 50. „Es geht darum, miteinander zu wohnen und nicht nur nebeneinander“, so Götz. Alle Bewohner sollen später aktiv im Stadtteil werden, und das Wohnhaus möchte sich dem Stadtteil auch öffnen.

Angelika Diringer-Seither, die auch im Verein „Gemainsam“ ist, berichtete, dass man nicht zum ersten Mal auf der Infobörse sei. „Das Interesse ist ungebrochen. Viele suchen aber auch schnelle Lösungen, einen anderen Stadtteil oder einfach ein größeres Projekt“, sagte Diringer-Seither. Thomas Danhuber hat vor kurzem einen Kurs bei der Volkshochschule zum gemeinschaftlichen Wohnen besucht. Am Samstag wollte er sich über konkrete Angebote informieren. „Meine Frau und ich sind an diesen Projekten interessiert. Wir könnten uns vorstellen, demnächst vielleicht Teil von einem zu werden“, sagte der Mann aus Frankfurt-Höchst. Gerade in Großstädten herrsche oft eine große Anonymität gegenüber den anderen Hausbewohnern. Gemeinschaftliches Wohnen überwinde dies und man treffe in den Projekten oft Gleichgesinnte.

Zudem würde ein Miteinander die Lebensqualität verbessern und man könne die Freizeit sinnvoll mit anderen gestalten. Ein weiterer Punkt sei, dass mit Genossenschaften und Gemeinschaften auch der Wohnungsproblematik mit hohen Mieten entgegengewirkt werden könne.

Gabriele Unseld hat schon wohngemeinschaftliche Erfahrung. Jetzt sei sie in einem Projekt in Hanau, wolle aber nach Frankfurt ziehen. „Der Verein Metropol plant eine Einrichtung am Günthersburgpark. Das wäre interessant“, berichtete die Frau. Ihr sei die Nähe zum Flughafen wichtig, damit sie regelmäßig ihren Sohn in der Ukraine besuchen könne. „Es ist ein schönes Miteinander in einer Gemeinschaft. Einsam bin ich da nicht“, so Unseld, „bei 14 Personen, die Geburtstag feiern.“

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