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Hier sollen 1000 neue Wohnungen entstehen.

Wohnen in Frankfurt

Wohnen in Frankfurt: Spatenstich gegen die Spekulanten

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Die Frankfurter Stadt-Politik will mit Bauprojekten wie am Römerhof den Wohnungsmarkt beruhigen.

Man braucht etwas Fantasie, um sich vorzustellen, dass auf der Brachfläche im nordöstlichen Teil des Rebstockgeländes in drei Jahren ein Wohnquartier stehen soll, das Menschen tatsächlich als ihr Zuhause wahrnehmen. Der Ort direkt an der Zufahrt zur Autobahn A648 wirkte beim Spatenstich am Freitagnachmittag reichlich unwirtlich. Das mag am Lärm der Autos gelegen haben oder am Krach der Flugzeuge, die über das Gebiet fliegen, vielleicht auch an den eher funktionalen Gebäuden in der direkten Nachbarschaft – oder aber auch am wenig frühlingshaften Wetter.

In jedem Fall „werden wir hier etwas hinstellen, das sich sehen lassen kann“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Allerdings sprach der Politiker weniger über das Gebiet an der Straße Am Römerhof, in dem 1000 Wohnungen gebaut werden sollen (die Hälfte davon werden als geförderter Wohnraum vermietet).

Feldmann gab vielmehr einen Überblick über die Wohnungs- und Planungspolitik, die erste Erfolge zeige. An vielen Orten in Frankfurt entstünden neue Baugebiete. Der Oberbürgermeister nannte etwa das Hilgenfeld und Bonames-Ost, und auch die Pläne für den neuen Stadtteil im Nordwesten der Stadt konkretisierten sich. Das zeige bei Spekulanten, die glaubten, sie könnten kleinste Flächen in der Stadt zu Mondpreisen verkaufen, durchaus Wirkung. „Sie werden gerade vorsichtiger“, so Feldmann.

Der Wohnungsmarkt könnte sich in Frankfurt in den kommenden Jahren etwas entspannen, prophezeite Feldmann. Das liege zum einen an Projekten wie der Einhausung der Autobahn A 661, durch die Wohnraum entstehen wird. „Solche Verrücktheiten, wie es früher hieß, traut man uns in Frankfurt jetzt zu“, sagte der Oberbürgermeister. Die entscheidende Rolle in der Planungspolitik spielten aber Wohnungsbaugesellschaften wie die städtische ABG, die mit Instrumenten wie dem kürzlich auf zehn Jahre verlängerten Mietpreisstopp für eine Beruhigung des Marktes sorgten. In manchen Neubaugebieten wie etwa am Römerhof errichte die ABG freiwillig mehr geförderten Wohnraum als von der Politik gefordert. Das führe dazu, dass eine Verdrängung von Mietern, wie es sie in Stadtteilen wie Nordend, Bornheim, Westend gebe, in diesen Gebieten nicht drohe.

Frank Junker, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG, sprach dann auch von „gedämpften Preisen“, die die ABG garantiere. Wichtig sei, dass in Gebieten wie dem Areal am Römerhof Mietwohnungen entstünden. Eigentumswohnungen gebe es im nahen Europaviertel schon genug. Grundsätzlich helfe in der Wohnungspolitik nur das Motto, das Feldmann bereits vor sieben Jahren ausgeben hatte: „Bauen, bauen, bauen.“

Zur Sache: 1000 Wohnungen im Rebstock

Die 1000 Wohnungen werden von der städtischen ABG Frankfurt Holding und der LBBW Immobilien Gruppe errichtet. Das Gebiet zwischen Am Römerhof, Felix-Kracht-Straße und Autobahnzubringer ist Teil des 27 Hektar großen Neubaugebietes am Rebstock. Ursprünglich war auf der Fläche Gewerbe vorgesehen, doch die Stadt entschied sich anders und wird demnächst einen neuen Bebauungsplan verabschieden. Auf dem Gebiet befindet sich ein kleiner Wald, der aber in Teilen für die Bebauung gerodet werden muss.

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