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Das Pflaster auf dem Römerberg soll kein Vorbild sein.

Altstadt Frankfurt

Teures Pflaster für die Altstadt

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Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt soll rund 600.000 Euro kosten. Ob der Basalt dafür tatsächlich aus Vietnam kommen wird, ist noch unklar. Die Dom-Römer GmbH will nach Aussage ihres Projektmanagers den Auftrag an menschenwürdige Produktionsbedingungen knüpfen.

Dass im gesamten öffentlichen Raum der künftigen Frankfurter Altstadt ein speziell ausgesägtes Kopfsteinpflaster verlegt wird, geht auf einen Beschluss der Frankfurter Stadtverordneten zurück. Darauf hat Patrik Brummermann, der Projektmanager der städtischen Dom-Römer GmbH, am Mittwoch hingewiesen.

Nach Angaben der Gesellschaft ist geplant, 3400 Quadratmeter Straßen und Plätze des Altstadtquartiers mit Basaltpflaster auszulegen. Bei einem Quadratmeterpreis von 175 Euro bedeute dies eine Investition von insgesamt 595.000 Euro. Brummermann betonte, dass dies eine vorläufige Schätzung sei.

Kinderarbeit ausschließen

In der Sitzung des städtischen Sonderausschusses Dom-Römer am 29. September hatten Vertreter der Gesellschaft erklärt, der Basalt werde aus Vietnam bezogen. Am Mittwoch relativierte der Projektmanager diese Aussage: Es könne sich auch um „ein anderes Überseeland aus dem asiatischen Raum“ handeln. Fest stehe, dass deutsche Basaltbrüche die erforderliche Qualität nicht lieferten.

Die Dom-Römer GmbH hat laut Brummermann bei einem Unternehmen in Vietnam „Musterstücke“ eines Basaltpflasters bestellt. Da sie mit dem Schiff und per Lastwagen herangeschafft werden müssten, werde die Lieferung erst Ende des Jahres in Frankfurt eintreffen. Dann wolle man „eine Musterfläche anlegen“, um die Ästhetik und die Belastbarkeit des künftigen Pflasters zu testen. Erst danach, also Anfang des Jahres 2016, werde der Auftrag für den Altstadtbelag erteilt.

Brummermann versicherte, die Dom-Römer GmbH werde den Auftrag an menschenwürdige Produktionsbedingungen knüpfen. Der Stadtverordnete der Grünen, Wolfgang Siefert, hatte in der Ausschusssitzung gesagt, man müsse sicherstellen, dass die Steine nicht durch Kinderarbeit gewonnen würden. Die Gesellschaft will in der Altstadt das Problem vermeiden, das beim Pflaster auf dem Römerberg stets auftritt. Kehrmaschinen der Frankfurter Entsorgungs- und Servicegesellschaft (FES) reißen immer wieder einzelne Steine heraus.

Wie viel die künftige Beleuchtung des Altstadtquartiers kosten wird, kann die Dom-Römer-Gesellschaft nicht sagen. 80 Leuchten sind geplant. Bis Ende des Jahres müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob die klassische Laterne zum Einsatz kommt, die auf dem Römerberg steht. Oder ob eine neu entworfene Dreiecksleuchte eingesetzt wird, deren Produktion langwieriger wäre. Bei der Beleuchtung gibt es laut Brummermann ein Problem. Die künftigen Gässchen der Altstadt sind so schmal, dass für Lampenmasten kein Raum mehr ist. Andernfalls könnten Feuerwehrfahrzeuge das Quartier nicht befahren. Deshalb müssen alle 80 Leuchten an den Häusern befestigt werden. Kommentar

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