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Teure Kulisse

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Es gehe bei der Altstadt um Qualität, die Höhe der Kosten sei nachrangig - diese Erklärung der Politik ist ein bemerkenswerter Freibrief.

Es war im April 2013, als Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) und Kämmerer Uwe Becker (CDU) eine bemerkenswerte gemeinsame Erklärung zum Projekt der neuen Frankfurter Altstadt vorlegten. Beide Politiker bekräftigten damals, dass CDU und Grüne an dem Vorhaben festhielten – obwohl die Kosten bis dahin von veranschlagten 100 Millionen Euro auf 150 Millionen Euro gestiegen waren.

Inzwischen, zweieinhalb Jahre später, beziffert die städtische Dom-Römer GmbH die Investition auf 170 Millionen Euro. Auch das wird noch nicht das letzte Wort sein – bis zur geplanten offiziellen Eröffnung 2018 könnte die Marke von 200 Millionen Euro erreicht werden.

Cunitz und Becker hatten 2013 einen bemerkenswerten Freibrief ausgestellt. In erster Line gehe es bei der Altstadt um Qualität, schrieben sie damals: „Erst in zweiter Linie steht die Frage nach der Höhe der Projektkosten.“

Was damit gemeint war, zeigt trefflich der Blick auf Pflasterung und Beleuchtung des künftigen Altstadtquartiers. Der gelernte Historiker Cunitz argumentiert, mit dem rekonstruierten Viertel gewinne Frankfurt sein Herz zurück. Tatsächlich entsteht im Herzen der Stadt vor allem eine teure Kulisse.

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