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Das ehemalige Institut für Sozialarbeit in der Straße Am Stockborn.

Praunheim

Am Stockborn 30 Wohnungen mehr

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Das umstrittene Bauprojekt Am Stockborn will die Stadt bis 2019 auf den Weg bringen.

Die Diskussion um den geplanten Neubau von 130 Wohnungen in der Straße Am Stockborn setzt sich fort. Nach Veröffentlichung des Bebauungsplans im August hatten Bürger die Möglichkeit, Position zum Konzept für das 7000 Quadratmeter große Grundstück zu beziehen. Bis 2019 will man sich einigen.

Anwohner und Stadtteilpolitiker stehen dem Bauvorhaben Am Stockborn 1 bis 7 nach wie vor kritisch gegenüber. Sie stören sich unter anderem an den geringen Abständen zwischen den geplanten Wohnhäusern und an der Rodung der mehr als 50 Jahre alten Bäume.

„Die Gebäude liegen jeweils innerhalb der Baugrenzen und halten die Abstände, die gemäß der Hessischen Bauordnung einzuhalten sind, untereinander ein“, sagt dagegen Franziska Klenk vom Stadtplanungsamt. Auch in punkto Begrünung habe man inzwischen einen Kompromiss gefunden. Neun der alten Bäume sollen erhalten bleiben. Für die anderen sind neun Ersatzbäume auf dem Baugrundstück und drei weitere an der Straße vorgesehen. „Die Neupflanzungen sollen das Bild des baumumstandenen Areals wieder herstellen“, unterstreicht Klenk.

Aber die Neubauten sollten ebenfalls ins Bild des Quartiers passen, findet der Ortsbeirat. 2017 hat das Gremium in einer Anregung an den Magistrat für eine aufgelockerte und angepasste Bebauung des Geländes plädiert. Die geplante Riegelbauweise sei „zu hart“ für die Umgebung. In einem neuen Antrag, der während der Oktober-Sitzung einstimmig verabschiedet wurde, wünscht sich das Stadtteilparlament unter anderem, dass Am Stockborn nicht mehr als 100 Wohnungen auf vier Stockwerken (inklusive Dachgeschoss) entstehen. Das Stadtplanungsamt geht von mehr als 130 Wohneinheiten auf bis zu sechs Vollgeschossen aus. „Das entspricht nicht der umliegenden Bebauungsstruktur“, moniert Antragsteller Jürgen Schmidt (SPD).

Im Aufstellungsbeschluss 2016 waren 100 Wohnungen angegeben, die Investoren Bamac und Wilma Wohnen wollten teure Apartments entwickeln. „Inzwischen hat der Magistrat dafür Sorge getragen, dass 30 Prozent der Bruttogrundfläche geförderter Wohnungsbau wird“, sagt Klenk. Dazu müssten die Wohnungsgrundrisse verändert werden. „Wir gehen deshalb heute von etwas mehr als 130 Einheiten aus.“

Für die drei stadtvillenartigen Gebäude entlang der Oberfeldstraße und Am Alten Schloss seien, wie vom Ortsbeirat gewünscht, drei Vollgeschosse mit zurückgesetztem Dachgeschoss angedacht. Das entspricht den Firsthöhen der umliegenden Einfamilienhäuser. Lediglich im Eckbereich Am Stockborn / Praunheimer Weg sind sechs Vollgeschosse vorgesehen. „Das erklärt sich dadurch, dass für die Kita im Erdgeschoss ein ebenerdiger Spielhof geplant ist, der als Vollgeschoss zählt“, erläutert Klenk.

Neben den Wohnungen und der Kita soll es Einzelhandelsgeschäfte geben – auch das sieht der Ortsbeirat kritisch. „Im Baugebiet besteht schon jetzt eine hohe Verkehrsbelastung“, erklärt Jürgen Schmidt. Ein neues Geschäft würde die Situation zuspitzen. Klenk kann das Stadtteilgremium beruhigen: „Es ist nur an einen Bäckerladen und vielleicht an einen Kiosk gedacht.“ Darüber hinaus sei im Erdgeschoss Platz für kleine Büros. Die Stellplätze dafür seien in der Tiefgarage nachgewiesen. Auch die zehn schräg angelegten Stellplätze in der Straße Am Stockborn sollen als „Längsparker“ neu angelegt werden.

Der Bebauungsplan könnte im Sommer 2019 in Kraft treten. Voraussetzung dafür ist unter anderem die Auswertung der Stellungnahmen. „Welche Hürden sich beim späteren Bauantragsverfahren sonst noch stellen, können wir zurzeit nicht voraussagen“, sagt Klenk.

Eine zeitnahe Einigung ist auch im Interesse des Ortsbeirats und der Anwohner, denn die Debatte um die Zukunft des Areals Am Stockborn zieht sich schon über 15 Jahre hin. Seit 2004 steht das dreizehnstöckige Hochhaus auf dem Baugrundstück leer. Aufgrund seines maroden Zustands und der hohen Asbestbelastung soll es einem Neubau weichen.

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