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So könnte die Bebauung des Mercedes-Areals an der Ferdinand-Happ-Straße einmal aussehen. 

Stadtentwicklung

Ostend: Investoren bebauen früheres Mercedes Areal

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An der Ferdinand-Happ-Straße entsteht ein Mix aus Wohnen und Gewerbe samt Tiefgarage. Die ABG errichtet 120 geförderte Wohnungen.

Von der einstigen Mercedes-Niederlassung an der Hanauer Landstraße ist nichts mehr übrig. In den vergangenen Wochen haben die drei Bauherren, die das Areal zwischen Ferdinand-Happ- und Launhardtstraße gemeinsam entwickeln, das ehemalige Autohaus platt gemacht. Derzeit wird der Schutt abtransportiert. Anfang kommenden Jahres soll mit der Bebauung begonnen werden.

Geplant ist auf dem 2,9 Hektar großen Grundstück ein Mix aus Gewerbe und Wohnen sowie eine Tiefgarage. Momentan arbeite die Stadt am Bebauungsplan, sagt Mark Gellert vom Planungsdezernat. Noch in diesem Jahr werde der Entwurf, der siebengeschossige Gebäude mit einer Höhe von 26 Metern vorsieht, in die Offenlage gehen. Die Bauarbeiten könnten jedoch wahrscheinlich schon früher beginnen, „sobald die Planreife festgestellt ist“.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding geht davon aus, dass sie Anfang 2020 loslegen kann, sagt Geschäftsführer Frank Junker. Momentan werde der Bauantrag vorbereitet. 120 geförderte Wohnungen will die ABG an der Ferdinand-Happ-/Ecke Launhardtstraße errichten: die Hälfte als klassische Sozialwohnungen, der Rest nach dem sogenannten Mittelstandsprogramm. Vorgesehen seien vor allem Zwei- bis Fünf-Zimmer Wohnungen. Im Erdgeschoss der Blockrandbebauung wird eine vierzügige Kindertagesstätte integriert. Der Geschäftsführer rechnen mit einer Bauzeit von zwei Jahren.

Einen ähnlichen Zeitplan hat die Wohnkompanie, die zusammen mit dem Frankfurter Unternehmen Lang & Cie auf dem Mercedes-Areal 350 Eigentumswohnungen plant. Die beiden Firmen haben dazu die Projektgesellschaft Ost-Stern Living gegründet. In zwei Bauabschnitten möchten sie ab dem zweiten Quartal 2020 an der Ferdinand-Happ-Straße einen Mix aus Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen bauen, sagt Wohnkompanie-Geschäftsführer Sven Olaf Ehnert. Ende vergangenen Jahres wurde dafür Preise von 7000 Euro pro Quadratmeter genannt. Inzwischen lägen diese voraussichtlich höher, sagt Thomas Wurm von Lang & Cie.

Zwei Bürohäuser geplant 

Der Frankfurter Projektentwickler plant auf dem Gelände auch zwei Bürohäuser zur Hanauer Landstraße hin. Die Arbeiten sollen bald mit der Wohnbebauung beginnen, sagt Wurm. Es werde aber eine „gewisse Vorvermietung“ benötigt, „wir wollen nicht spekulativ starten“.

Er sei zuversichtlich, dass bald ein Ankermieter für die insgesamt 18 000 Quadratmeter gefunden werde. Abhängig davon möchte Lang & Cie die anderen Gewerbeeinheiten anbieten. Einzelhandel, der – wie Mode – in Konkurrenz zur Innenstadt stehe, werde es nicht geben, so Wurm. Denkbar seien im Erdgeschoss ein Café oder Restaurant.

Die Gäste könnten dann auf dem öffentlichen Platz sitzen, der zur Hanauer Landstraße hin entstehen soll. Derzeit arbeiten die drei Investoren zusammen mit der Stadt an einem Entwurf, sagt Wurm. Fest stehe, dass er begrünt werde, Bänke erhalte und nicht befahrbar sein soll. „Alles andere ist noch nicht entschieden.“

Offen ist auch noch, ob es zeitgleich mit Fertigstellung der Bebauung eine neue Grundschule für das Ostend gibt. Seit langem ist der Stadt bekannt, dass in dem Stadtteil eine Einrichtung fehlt, sagt Günter Murr vom Baudezernat. „Wir haben das im Blick.“ Durch die zahlreichen Neubauprojekte und die Nachverdichtung sei mit zusätzlich mehr als 80 Schülern pro Jahrgang zu rechnen, heißt es bereits im Schulentwicklungsplan von 2016. An der für das Ostend zuständigen Uhlandschule könnten die Kinder nicht mehr aufgenommen werden. Daher sei eine neue Grundschule geplant – laut Plan für dieses Jahr. Davon ist die Stadt weit entfernt. Derzeit würden Gespräche über einen geeigneten Standort geführt, sagt Murr. Noch gebe es aber „nichts Spruchreifes“.

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