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Die Bauarbeiten am Onyx-Turm stehen still. (Archivbild)

Wohnen in Frankfurt

Onyx-Investor meldet Insolvenz an

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Immobilienkaufmann Daniel Korn hat sich beim Bau eines Luxus-Wohnturms in Frankfurt verkalkuliert. Die Baustelle im Frankfurter Westend steht still.

Es ist das spektakuläre Scheitern eines Immobilienkaufmanns, der in den zurückliegenden Jahren bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte. Der Frankfurter Daniel Korn hat für die KSW Verwaltungs GmbH & Co. Wohnbau KG am Freitag einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Die Gesellschaft baut seit Jahresbeginn 2014 im Frankfurter Westend an einem luxuriösen Wohnturm, dem Onyx.

Das Projekt auf dem Grundstück Oberlindau 76–78 hatte wegen des Baulärms immer wieder heftige Proteste der Nachbarn ausgelöst. Die städtische Bauaufsicht hatte die Baustelle wegen Überschreitens der erlaubten Grenzwerte mehrfach stillgelegt.

Am Freitagabend nannte Korns Sprecherin Maria Lang Zahlen, die nahelegen, dass sich der Bauherr mächtig verkalkuliert hat. Die Baukosten seien von ursprünglich berechneten 30 Millionen Euro auf 80 bis 90 Millionen Euro geklettert. Die bisher finanzierende Bank trage das Vorhaben nicht mehr mit. Warum die Kosten so explodierten, vermochte die Sprecherin nicht zu erklären.

Der mehrfache Baustopp durch die Stadt alleine sei nicht die Ursache, sagte sie. Seit acht Tagen ruhen die Bauarbeiten, die Firmen haben alle Mitarbeiter abgezogen.

Daniel Korn sei selbst „der größte Finanzier des Projekts“, sagte seine Sprecherin. Er sei von der Entwicklung „sehr belastet“. Von den 33 Luxuseigentumswohnungen im Turm habe man zwei Drittel schon an ihre Eigentümer übergeben. Die übrigen seien nicht mehr fertiggestellt worden.

Bundesweit hatte das Onyx Aufsehen erregt, weil es hier vorübergehend die teuersten Eigentumswohnungen Frankfurts gab. Ein Penthouse von 460 Quadratmetern, meldete Korn 2015, sei für 6,4 Millionen Euro verkauft worden. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von knapp 14 000 Euro.

Offenbar hatte Korn aber mit noch höheren Preisen kalkuliert. Mittlerweile ist die Entwicklung weitergegangen. Die teuerste Wohnung in Frankfurt hatte im Jahr 2016 18 000 Euro pro Quadratmeter gekostet.

Auch die geplante Bauzeit des Luxusturms ist dramatisch überzogen worden. Ursprünglich habe man die Fertigstellung für 2015 geplant, so Sprecherin Lang. Vorläufiger Insolvenzverwalter für die KSW Verwaltungs GmbH ist Stephan Laubereau. Er soll jetzt versuchen, die Baustelle des Onyx „wieder in Gang zu bringen“.

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