Wohnen

Nicht nur nachverdichten in Frankfurt

  • schließen

Gebaut wird in der Stadt Frankfurt augenblicklich so kräftig wie viele Jahre nicht.

3519 Wohnungen sind im vergangenen Jahr fertig geworden. Die Bauaufsicht genehmigte Bauanträge für 7326 Wohnungen, so viele wie zuletzt Anfang der 1960er Jahre. Allein bereits laufende Projekte könnten, wie Planungsamtsleiter Martin Hunscher sagte, in den nächsten zehn Jahren etwa 27 000 Wohnungen auf den Markt spülen.

Die größten Vorhaben sind die Umwandlung der Bürostadt Niederrad in ein gemischtes Quartier (5400 Wohnungen), die Bebauung des früheren Siemens-Areals (2500) und des Geländes am Römerhof (2000) in Bockenheim sowie die Güntersburghöfe im Nordend (1500) und das Ernst-May-Viertel in Bornheim und Seckbach mit 2500 Wohnungen.

Lesen Sie auch:  Potenzial für 70.000 neue Wohnungen in Frankfurt

Diese Projekte reichen nach Ansicht von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) aber nicht aus, um die riesige und nach Prognosen anhaltende Nachfrage nach Wohnraum in Frankfurt zu decken. Deshalb soll östlich und westlich der Autobahn 5 ein großer neuer Stadtteil entstehen. Darüber hinaus will die Stadt auch die Nachverdichtung von Siedlungen der 50er Jahre ermöglichen, die große Teile Frankfurts prägen. Das Planungsdezernat hat jüngst überschlagen, dass in den nächsten Jahren allein durch Nachverdichtung, also Aufstockung und Dachausbauten oder den Bau neuer Wohngebäude in bestehenden Ensembles, 19 000 Wohnungen in Frankfurt entstehen könnten.

Josef differenziert allerdings zwischen einzelnen Nachverdichtungen im Bestand und solchen in Siedlungen. Auch Lückenschlüsse etwa brächten neue Wohnungen. Diese seien aber nicht unbedingt bezahlbar. Anders sei es bei den Siedlungen. Weil viele in öffentlicher Hand sind, etwa der städtischen ABG oder der mehrheitlich landeseigenen Nassauischen Heimstätte gehören, könne dort einfacher günstiger Wohnraum entstehen, sagte er.  

Lesen Sie auch:

Umwelt: Stadt soll grüner werden

Gewerbe: Flächen weiterentwickeln

Wohnen: Nicht nur nachverdichten

Kommentar: Politisches Fiasko

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare