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Weithin sichtbar wird ein 66 Meter hoher Wohnturm auf dem Gelände westlich der Main-Neckar-Brücke sein.
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Weithin sichtbar wird ein 66 Meter hoher Wohnturm auf dem Gelände westlich der Main-Neckar-Brücke sein.

Wohnungsbau

Neuer Wohnturm am Westhafen

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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90 Millionen Euro investiert eine Vermögensverwaltung in zwei Wohntürme und ein Studentenwohnheim am Westhafen. Geförderter Wohnraum entsteht jedoch nicht - allein die Studi-Appartments werden bis zu 700 Euro Miete kosten.

Das Westhafen-Areal in Frankfurt wächst weiter Richtung Griesheim. Auf dem Gelände eines früheren Heizkraftwerks westlich der Main-Neckar-Brücke und des Druckwasserwerks sollen bis Anfang des Jahres 2017 zwei 66 und 38 Meter hohe Wohntürme und ein privates Studentenwohnheim entstehen. Radfahrer und Spaziergänger werden nach den am Dienstag präsentierten Plänen auf einer zwölf Meter breiten Promenade künftig zum bisher sehr schlecht erreichbaren Sommerhoffpark gelangen. Bisher endet der Weg am nördlichen Mainufer noch an der Main-Neckar-Brücke.

Die selbst im Westhafen residierende OFB-Projektentwicklung, eine Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen, fungiert als Generalübernehmer für das 90 Millionen Euro teure Projekt. Die gut 1,1 Hektar große Konversionsfläche hatte sie schon im Jahr 2011 von der Deutschen Bahn erworben.

Die 20- beziehungsweise elfgeschossigen Wohntürme errichtet die OFB für die Vermögensverwaltung Aberdeen Asset Management. Das Wohnheim wird das Unternehmen International Campus betreiben, das gerade das frühere Ordnungsamt im Gallus für studentisches Wohnen herrichtet.

Weder arm noch allzu lärmempfindlich sollten allerdings die Studenten sein, die in das neue Wohnheim am Main ziehen wollen. Der 120 Meter lange und 40 Meter hohe Gebäuderiegel wird nicht nur Platz für 390 möblierte Apartments bieten. Er soll zudem die beiden Wohntürme vom Lärm der nur etwa 30 Meter entfernten Bahngleise abschirmen, die von der Main-Neckar-Brücke zum Hauptbahnhof führen. Alle Zimmer werden daher nach Westen ausgerichtet, auf der lauten Ostseite sind nur Flure. Stephan Bender, Niederlassungsleiter der OFB, sprach von einer „Jekyll-and-Hyde-Fassade“.

Kein geförderter Wohnraum

500 bis 700 Euro Miete werden, wie Alexander Gulya aus dem Vorstand von International Campus am Dienstag sagte, für die samt Bad 22 Quadratmeter großen Apartments zu zahlen sein. Strom und Internet seien im Preis enthalten. Dem Vorwurf, das könne sich doch kein Student leisten, widersprach Gulya. Viele Studenten würden von ihren Eltern unterstützt, sagte er bei der Vorstellung des Projekts.

Für Mieten von elf bis 17 Euro pro Quadratmeter sollen die 125 Wohnungen zu haben sein, die in den beiden Wohntürmen Platz finden, die zwischen dem Wohnheim und dem Sommerhoffpark entstehen. Günstigere Mieten seien im Neubau nicht zu erzielen, sagte Bernd Bechheim von Aberdeen Asset Management.

Geförderter Wohnraum entsteht auf dem Gelände nicht. Weder Sozialwohnungen, noch sogenannte Mittelstandswohnungen sind geplant.

Die Stadt habe, anders als bei Arealen, für die sie einen Bebauungsplan aufstellt, keine Möglichkeit gehabt, solchen Wohnungsbau rechtlich durchzusetzen, sagte Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) auf Fragen hin. Für die Aufstellung eines Bebauungsplan habe es aber keine Erfordernis gegeben.

Der Investor schaffe Wohnraum in einer sehr hochwertigen Gestaltung, eine öffentliche Grünfläche und eine Kindertagesstätte, die im Erdgeschoss des höheren Turms Platz finden soll, hob Cunitz hervor. Auch das Gutleutviertel werde von der Entwicklung des bisher ungenutzten Areals profitieren.

Ziel sei es, das Gelände am nördlichen Mainufer Schritt um Schritt in Richtung der Wurzelsiedlung ganz im Westen des Gutleutviertels weiterzuentwickeln, sagte der Planungsdezernent. Radfahrern und Spaziergängern den Weg noch weiter Richtung Griesheim zu öffnen, dürfte nicht einfach werden. Die wirtschaftliche Betätigung des Langener Unternehmens Sehring, das am Main ein Betonwerk betreibt, dürfe nicht eingeschränkt werden, sagte Cunitz.

Auch OFB-Geschäftsführer Alois Rhiel, von 2003 bis 2009 hessischer Wirtschaftsminister, verteidigte das Projekt als „runde Sache“ und lobte die Architektur als sehr einfühlsam. Der 20-stöckige Wohnturm werde in seiner Höhe ein „Qualitätssignal“ für das neue Quartier sein, sagte er.

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