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Rundgang durchs Maintor-Quartier.

Wohnen in Frankfurt

Neue Luxuswohnungen in Frankfurt

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Das Maintor-Areal in Frankfurt geht seiner Vollendung entgegen. Für die 92 Mietwohnungen auf dem früheren Degussa-Gelände müssen Mieten von durchschnittlich 20 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden.

Von der 400 Quadratmeter großen, mit edlem Holz ausgelegten Dachterrasse der Kanzlei CMS geht der Blick weit über das Fluss-Panorama des Mains. Panorama heißt denn auch der 64 Meter hohe Büroturm, in dem 170 Beschäftigte der größten deutschen Anwaltssozietät seit Januar arbeiten. Elf Jahre nach dem Kauf des Baugrundstücks am nördlichen Mainufer geht der neue Stadtteil Maintor seiner Vollendung entgegen. Auf dem früheren Degussa-Areal nahe der Untermainbrücke arbeiten schon jetzt 1500 Menschen, beim Abschluss der Bautätigkeit im Sommer 2018 sollen es 3000 sein.

In den 180 Wohnungen auf dem Gelände leben derzeit rund 200 Menschen. Das Wohnen hier ist allerdings einem exklusiven, kleinen Kreis vorbehalten: Die 90 „Palazzi“-Eigentumswohnungen kosten im Durchschnitt rund 8000 Euro pro Quadratmeter, in der Spitze mehr als 10 000 Euro je Quadratmeter. Damit sind sie allerdings längst nicht mehr die teuersten Eigentumsunterkünfte in Frankfurt: Die werden inzwischen bei 18 000 Euro pro Quadratmeter gehandelt. „Wir sind hier überholt worden von der Zeit“, sagt Ulrich Höller, der Vorstandsvorsitzende der Immobiliengesellschaft German Estate Group (GEG). Die „Palazzi“ sind komplett verkauft.

Für die 92 Mietwohnungen auf dem Areal im Gebäude „Patio“ müssen im Durchschnitt 20 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden. 94 Prozent der Einheiten sind dennoch vermietet. „Die werden gerade von jungen Leuten gut angenommen“, so Höller.

Einweihung 2018

Der Immobilien-Manager, der die 800 Millionen Euro umfassende Investition von Anfang an gesteuert hat, zeigt sich mit dem Erfolg des Projekts sehr zufrieden: „Das gesamte Areal wird von den Menschen langsam in Besitz genommen“. Schon jetzt durchquerten Passanten von der Weißfrauenstraße aus das früher hermetisch verschlossene Grundstück Richtung Main. Selbst die Baustelle werde von den Menschen „als exciting moment wahrgenommen“. Ein veganes und vegetarisches Restaurant ist an der Neuen Mainzer Straße schon geöffnet, ein Beef-Burger-Grill bildet den Kontrapart. Ein Fitness-Studio (Motto: „Go with the flow“) bietet ausschließlich exklusives Personal Training, mehr als 150 Mitglieder wollen die Besitzer nicht.

 Von den Büro-Mietflächen in insgesamt vier Türmen sind 80 Prozent vermarktet. Im Zentrum des Grundstücks klafft die Baugrube für den „Winx-Tower“, das mit 110 Meter höchste Hochhaus. Schon 2015 hatte es die Milliardärin Susanne Klatten für kolportierte 350 Millionen Euro gekauft. Obwohl von dem Büroturm bisher nur die Fundamente zu sehen sind, ist er bereits zu 65 Prozent vermietet. Union Investment wird hier mit allein 900 Mitarbeitern einziehen. Nur 12 000 Quadratmeter sind noch zu haben. Am Winx-Tower wird der neueste wirtschaftliche Standard in Deutschland durchexerziert: Verkauf schon lange vor Baubeginn.

Manager Höller freut sich über Frankfurter Büro-Spitzenmieten von 37 Euro pro Quadratmeter in den noch virtuellen oberen Etagen des „Winx“-Towers. Die Zeiten, in denen in Frankfurt noch 50 Euro und mehr für Büros erzielt wurden, sind lange vorbei. Zum Jahreswechsel 2017/2018 soll das Hochhaus vollendet sein, im Frühsommer 2018 wird dann der zentrale Platz rund um den Turm, die „Plaza“, mit einem Fest eröffnet. Es gilt als offizieller Schlusspunkt der Entwicklung des gesamten Maintor-Viertels.

Die 1823 errichtete weiße Villa Schlosser, vom berühmten Stadtbaumeister Johann Friedrich Christian Hess entworfen, ragt wie ein Fremdkörper aus alten Zeiten in das neue Viertel hinein. Der Degussa-Vorstand pflegte hier früher exklusive Gäste zu begrüßen: Zwei Bundespräsidenten kamen, aber auch Nobelpreisträger und Minister. Die Maintor-Investoren empfingen hier potenzielle Käufer. Jetzt denkt GEG-Vorstands-Chef Höller über eine Veräußerung der edlen Immobilie nach.

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