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Die Altstadt wächst und wächst ... im Hintergrund Paulskirche und Skyline.

Stadtentwicklung

Neue Altstadt soll 2018 eröffnet werden

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Das Prestige-Bauprojekt der Frankfurter Altstadt hat sich mehrfach verzögert. Jetzt verrät die Dom-Römer GmbH weitere Details zum Bauprojekt. So kommen die Pflastersteine aus Vietnam, über die Lampen ist noch nicht entschieden. 2016 beginnt die Vermietung der Ladenflächen.

Frankfurt scheut für seine neue Altstadt keine Mühen. Das Pflaster in den künftigen Gässchen soll aus Basalt bestehen, der in Vietnam gebrochen wird. Das gab die städtische Dom-Römer GmbH am Dienstagabend im Sonderausschuss Dom-Römer bekannt. In Deutschland, so hieß es, gebe es „keine Steinbrüche mehr mit entsprechender Qualität“.

Nur ein Stadtverordneter hakte bei dieser Nachricht ein. Der Grüne Wolfgang Siefert fragte nach den Arbeitsbedingungen, unter denen der Basalt in Vietnam gewonnen wird. „Die Bedingungen sind dort überall gleich“, antwortete Michael Guntersdorf, der Geschäftsführer der Dom-Römer GmbH. Siefert forderte, das Pflaster dürfe nicht mit „Kinderarbeit“ abgebaut werden. Guntersdorf versprach: „Wir überlegen schon, wer der Lieferant ist.“

Das waren die bizarrsten Minuten der Sitzung. Noch nicht entschieden ist über die 80 Leuchten, die künftig in der Altstadt Licht spenden sollen. Zwei Varianten stehen zur Wahl: die klassische Laterne, die bereits auf dem Römerberg zu sehen ist. Oder eine neu entwickelte, dreieckige „Dom-Römer-Leuchte“, für die allerdings eigens ein Wettbewerb mit langwierigem Auswahlverfahren ausgeschrieben werden müsste. Der Aufsichtsrat der Dom-Römer GmbH mit Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) will die Römerberg-Leuchte, der Gestaltungsbeirat, in dem Architekten sitzen, favorisiert die avantgardistische Dreiecksleuchte.

Zwei Experten des Immobilienunternehmens Paribas Real Estate trugen Auszüge eines Gutachtens vor, das sie im Auftrag der Stadt zum künftigen Einzelhandelskonzept der Altstadt erarbeitet hatten. Es soll 32 Einzelhandels-Mietflächen in den Erdgeschossen der Häuser mit insgesamt 2100 Quadratmetern geben. Die Größen liegen zwischen 20 und 130 Quadratmetern.

Keine Souvenirshops

Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass sich in der Altstadt für Einzelhandel Mieten zwischen 20 und 55 Euro pro Quadratmeter erzielen lassen. Das liegt weit unter den Spitzenpreisen in Frankfurt: An der Zeil, so die Experten, würden knapp 300 Euro pro Quadratmeter erreicht, am Roßmarkt noch 110 Euro, auf dem Römerberg dagegen nur 20 bis 30 Euro.

Die Stadtverordneten hatten schon 2004 beschlossen, dass sie in der Altstadt „keine Souvenirshops, keine Wechselstuben, keine Filialbetriebe“ dulden wollen. Die Fachleute empfahlen deshalb jetzt „hochwertigen Lebensmittel-Einzelhandel“ wie etwa eine Chocolaterie. Anfang 2016 will die Dom-Römer GmbH beginnen, die Ladenflächen zu vermieten. Der feierliche Eröffnungstermin für die neue Altstadt wird für 2018 angesetzt. Im Frühjahr 2018 steht die OB-Wahl an. Unabhängig von dem offiziellen Eröffnungstermin durch die Kommunalpolitik will die Dom-Römer GmbH die Bauarbeiten Ende 2017 abschließen.

Stelen aus Sandstein

Bereits am Dienstagmorgen hatte die Dom-Römer GmbH ein Modul der Pergola öffentlich präsentiert, die künftig die Altstadt von der Kunsthalle Schirn abgrenzen wird. Sie soll 47 Meter lang, vier Meter hoch und 1,5 Meter breit sein. Patrik Brummermann, der Projektmanager der Dom-Römer GmbH, bezifferte die Gesamtkosten der Konstruktion auf 200 000 Euro.

Die Pergola besteht aus schlanken Sandstein-Stelen, um leicht und transparent zu wirken. Stadtverordnete von CDU und Grünen hatten frühere Entwürfe als „zu massiv“ kritisiert. Der Einspruch aus der Koalition habe „sich gelohnt“, sagte der Vorsitzende des Sonderausschusses Dom Römer, Ulrich Baier (Grüne). Zwei Treppen und eine Rampe sollen die zwei Meter Höhenunterschied zwischen Schirn und der unten liegenden Altstadt überbrücken. Die Rampe ist allerdings zu steil, um behindertengerecht zu sein, wie Brummermann zugab.

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