Bundesbank

Mehr Arbeitsplätze, weniger Autos

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Auf dem Bundesbankgelände sollen drei Neubauten das brutalistische Haupthaus ergänzen, das saniert werden muss. 5000 Arbeitsplätze sollen auf dem Campus Platz finden.

Das Bundesbankareal an der Wilhelm-Epstein-Straße soll in den kommenden Jahren so umgestaltet werden, dass dort moderne Arbeitsplätze für 5000 Beschäftigte entstehen, das Gelände aber so grün wie möglich bleibt. Der Vorstand der Zentralbank hat sich unter sechs eingereichten Entwürfen für den neuen Campus für denjenigen entschieden, der die geringste Flächenversiegelung vorsieht.

Nach dem siegreichen Vorschlag des Frankfurter Architekturbüros Ferdinand Heide entstehen auf dem zu Bockenheim gehörenden Gelände drei schmale Gebäude, deren Höhe von 54 Metern der des fast 50 Jahre alten Hauptgebäudes entspricht. Stellplätze für 1500 Autos sollen in einer zweigeschossigen Tiefgarage entlang der Straße entstehen. Die ebenerdigen Parkplätze vor dem 217 Meter langen, weithin sichtbaren Bauwerk des Brutalismus verschwinden. Auch ein Teil der Bestandsgebäude wird abgerissen, etwa das Gästehaus.

Wie Vorstandsmitglied Johannes Beermann bei der Vorstellung der Entwürfe sagte, habe die Bundesbank sich vorgenommen, die bisher in Bockenheim sowie die in den Hochhäusern Trianon und Skyper arbeitenden Beschäftigten der Zentralbank auf dem Campus zusammenzubringen. Das Hauptgebäude solle entkernt und so hergerichtet werden, dass eine moderne Arbeitsumgebung entsteht. Während der Sanierung ziehen rund 2000 Beschäftigte übergangsweise ins Hochhaus Frankfurter Büro-Center. Mit dem Beginn dieser Arbeiten rechnete Beermann am Dienstag für den Zeitraum von Ende 2019 bis Mitte 2020.

Schon im Jahr 2016 hatte sich die Bundesbank festgelegt, das Hauptgebäude nicht abzureißen. Es sei für die Zentralbank, aber auch für das Frankfurter Stadtbild von hoher Bedeutung, sagte Günther Hoffmann, der Vorsitzende des Gestaltungsbeirats der Bundesbank. Dessen Ergänzung um ein deutlich höheres Hochhaus, das zwei Entwürfe vorsahen, habe sich im Lauf der Diskussion als nicht tragfähig erwiesen. Dagegen spreche etwa das „empfindliche städtebauliche Umfeld“ des Campus unweit der Ginnheimer Platensiedlung, auch das städtische Planungsdezernat hatte sehr deutlich gemacht, dass es ein in der Höhe über den Bebauungsplan hinausgehendes Hochhaus an dieser Stelle für nicht vertretbar hält.

Wenn man das Hauptgebäude erhalte, müsse man mit diesem auch respektvoll umgehen, sagte Beermann. Das sei in Heides Entwurf zur Gestaltung des Campus gelungen. Hoffmann lobte die geschickte Platzierung der Neubauten zum 70er-Jahre-Gebäude hin. Sie sind, wie Heide erläuterte, so angeordnet, dass der Blick auf das Hauptgebäude, aber auch auf den Taunus gewahrt bleibe. Zugleich sieht der Entwurf vor, dass künftig alle halböffentlichen Bereiche der Bundesbank im Norden des Campus an der Wilhelm-Epstein-Straße Platz finden, für den geringere Sicherheitsanforderungen als für den Kernbereich des Geländes gelten sollen.

Was das gewaltige Bauvorhaben kosten wird, kann die Bundesbank nach eigenen Angaben noch nicht sagen. Es gebe noch keine Kostenanalyse, antwortete Beermann auf Fragen.

Auch der Zeitplan ist noch ziemlich vage. Zunächst soll Heide seinen Entwurf zu einem Gesamtkonzept fortentwickeln. Zur Gestaltung der von ihm vorgeschlagenen Neubauten will die Bundesbank einen oder mehrere Architektenwettbewerbe ausloben. Die Projektentwicklung für die Sanierung des Haupthauses ist bereits ausgeschrieben. Parallel setzt sich die Bundesbank in Gesprächen mit der Stadt für eine bessere Anbindung des Areals ans U-Bahn-Netz ein. Er sei ganz zuversichtlich, sagte Beermann.

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