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Besuch über den Wolken: bei Christoph Mäckler am Schreibtisch in Frankfurt.

Schöner wohnen

Mäckler will Römerhof-Quartier mit Gestaltungsbeirat

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Architekt ist für Qualität des öffentlichen Raumes in neuem Stadtteil mit 2200 Wohnungen. Der Planungsdezernent stimmt zu.

Die Entwicklung des geplanten großen Wohngebietes Am Römerhof im Westen der Stadt soll durch einen Gestaltungsbeirat gesteuert werden. Das hat der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler im Gespräch mit der FR angekündigt. Vorbild ist dabei die Entstehung der neuen Altstadt zwischen Dom und Römer.

Hier hatte Mäckler seit 2009 den Vorsitz des Gestaltungsbeirates inne. Das künftige Wohnviertel am Römerhof ist allerdings ungleich größer als die neue Altstadt, deren Grundstücksfläche nur 7000 Quadratmeter umfasst. Am Römerhof geht es um ein Areal von 17 Hektar Fläche, auf dem einmal 2200 Wohnungen entstehen sollen. Mäckler will sich bei dem neuen Wohnquartier mit dem von ihm gegründeten Deutschen Institut für Stadtbaukunst engagieren.

Sein Engagement soll vor allem dem öffentlichen Raum in dem neuen Quartier gelten, also der Qualität der künftigen Straßenräume und Plätze. Der Architekt lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich Planungsdezernent Mike Josef (SPD), der die Idee einer Gestaltungssatzung am Römerhof unterstütze: „Josef ist sehr aufgeschlossen und versteht die Dinge.“

Mäckler hatte am 30. September beim Festakt in der Paulskirche zur Eröffnung der neuen Altstadt in einer Rede gefordert, die Qualität des öffentlichen Raumes in Frankfurt zu verbessern (siehe obenstehender Text).

Josefs Büroleiterin Beate Huf begrüßt die Kooperation mit Mäckler. Es habe bereits einen Workshop mit dem Institut für Stadtbaukunst gegeben. In weiteren Workshops wolle man die städtebauliche Struktur des Wohngebiets festlegen.

Danach könne es dann Architekturwettbewerbe „zu einzelnen Blocks“ geben. Bauherr des neuen Stadtviertels am Römerhof ist der städtische Wohnungskonzern ABG. Dessen Geschäftsführer Frank Junker sagt der FR, ein Gestaltungsbeirat sei „durchaus denkbar“. Allerdings müssten die Kompetenzen des Gremiums dann klar definiert sein. Das sei bisher „im Detail noch nicht besprochen“, sagte der Manager.

Das Institut für Stadtbaukunst war 2008 gegründet worden. Es wird seit kurzem von Annette Kulenkampff geführt, der früheren Managerin der Kunstausstellung Documenta.

Ausdrücklich unterstützt wird Architekt Mäckler in seinen Absichten jetzt von den rechtspopulistischen Bürgern für Frankfurt (BFF) im Römer. Auch sie forderten „Konsequenzen für Frankfurts Stadtplanung und Architektur“ nach der positiven Erfahrung mit der neuen Altstadt.

Das heiße: „Investoren für den Wohnungsbau sollen auch weiterhin Geld verdienen dürfen – sie müssen allerdings von Seiten der Stadt dazu verpflichtet werden, ihre Projekte und Objekte in ansprechender Weise zu realisieren.“

Das Fazit der BFF lautet: Es könne „besser, schöner, nachhaltiger und menschengerechter gebaut werden in Frankfurt.“

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