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Ein Wohngebäude der ABG an der Speicherstraße/Werftstraße. (Symbolbild)

Wohnen 

Frankfurt: ABG will Kalkulation nicht offenlegen

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Die städtische Wohnungsgesellschaft in Frankfurt äußert sich auch auf Anfrage nicht zur Kalkulation ihrer Mieten. Die sei ein Betriebsgeheimnis. 

Die ABG ist nicht bereit, offenzulegen, wie sie bei ihren Bauprojekten kalkuliert und wie genau sich die von ihr dann verlangten Mieten zusammensetzen. Das geht aus einer Antwort der städtischen Wohnungsgesellschaft auf eine parlamentarische Anfrage der Linken im Römer hervor. Bei den Kalkulationsgrundlagen handele es sich um ein Betriebsgeheimnis, argumentiert die ABG, die bis zum Jahr 2020 mit dem Bau von gut 10 000 Wohnungen beginnen will. Würde ihre Kalkulation öffentlich, könnten andere Anbieter etwa ersehen, welche Preise sie für bestimmte Gewerke bezahlt, und das führe zu einer „erheblichen Beeinträchtigung und Benachteiligung auf dem Gebiet der Bauindustrie“, heißt es.

Ohne die Initiative für einen „Mietentscheid“ explizit zu erwähnen, die für einen Bürgerentscheid über eine neue Geschäftspolitik der ABG kämpft, macht die Wohnungsgesellschaft in ihrer Stellungnahme klar, dass es für sie nicht infrage kommt, künftig nur noch geförderten Wohnraum zu errichten, wie die Initiative fordert. Schon zu 40 Prozent gefördert zu bauen, sei nur realisierbar, weil dies über frei finanzierten Mietwohnungsbau subventioniert werde. Nur wenn sie diesen weiter betreibe und in einzelnen Bereichen auch Eigentumswohnungen errichte, sei es möglich, öffentlich geförderten Wohnraum zu schaffen und die Instandhaltung und Modernisierung der mehr als 52 000 Wohnungen zu gewährleisten, heißt es weiter.

Kosten laut ABG stark gestiegen

In den vergangenen Jahren seien die Grundstückspreise in Frankfurt um 20 bis 50 Prozent pro Jahr gestiegen. Hinzu kämen die knappen Kapazitäten bei den Bauunternehmen und daher entsprechend deutlich gestiegene Baukosten. Diese Kosten aber bildeten die Grundlage für die Miete.

Um eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu erreichen und die Bewirtschaftung der Immobilien tragen zu können, nehme sie im freifinanzierten Neubau für ihre Wohnungen, die alle mindestens im Passivhausstandard entstehen, Mieten von 12 bis 13,50 Euro pro Quadratmeter. Um nicht noch mehr verlangen zu müssen, habe sie bereits ihre Renditeerwartungen reduziert, heißt es. Wie hoch diese waren und wie hoch sie jetzt sind, verrät die ABG allerdings nicht.

Auch die Mietpreisdeckelung, nach der die ABG die Mieten innerhalb von fünf Jahren nur um fünf Prozent erhöhen darf, beschert der Wohnungsgesellschaft der Antwort nach Mindereinnahmen. Sie spricht von jährlich einer halben Million Euro, die sich kumulierten.

Das Jahr 2017 hat die ABG mit einem Überschuss von 94,3 Millionen Euro abgeschlossen. In diesen floss allerdings ein buchhalterischer Einmaleffekt in Höhe von 29,7 Millionen Euro ein. Für das vergangene Jahr liegen noch keine Zahlen vor.

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