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Hier wird gefeiert, allerdings spricht kein Vertreter der Stadt.

Wohnen

Luxus-Wohnquartier in Frankfurt

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Die Frankfurter Rundschau ist zu Besuch im künftigen Luxus-Wohnquartier Grand Ouest an der Frankfurter Messe.

Schon am Bauzaun verspricht der Investor „Immobilien neuer Dimension“. Und das „Grand Ouest“, Ludwig-Erhard-Anlage 2-8, in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Messegeländes, löst diese Zusage durchaus ein. Die 1907 eröffnete frühere Oberpostdirektion wandelt sich gerade zu einem Luxus-Wohnquartier. Es entsteht, so die Werbung des Bauherrn, „ein exklusiver Rahmen für ein komfortverwöhntes Leben“.

Im Karree des Innenhofes ist von dem schönen, ruhigen Maßstab der alten Architektur noch etwas zu ahnen. Doch hinter den unverputzten Mauern wird das riesige denkmalgeschützte Gebäude komplett entkernt. Der Investor, der Berliner Immobilienentwickler CG, fühlt sich dabei den augenblicklichen gesellschaftlichen „Megatrends“ verpflichtet – nämlich „Urban Shift“, „Green Karma“ und „Modern Heritage“. Till Diekmann, der CG-Niederlassungsleiter in Frankfurt, ist stolz darauf, dass am Tag der Grundsteinlegung schon 75 Prozent der künftigen 164 Eigentumswohnungen verkauft sind. Das Unternehmen wirbt denn auch gezielt mit dem Luxuswohnen „als Kapitalanlage“ und fordert im Internet dazu auf: „Greifen Sie jetzt schnell zu!“

Bis zu 60 Prozent Abschreibungen sind bei diesem Bauvorhaben möglich. Durch den Denkmalschutz für das Gebäude können Käufer in besonderem Umfang Steuern sparen.

Anleger aus aller Welt haben sich nicht lange bitten lassen. Die Erwerber kommen aus Saudi-Arabien, der Volksrepublik China, Russland und Israel. Auch Bänker, die wegen des Brexits aus London nach Frankfurt umziehen müssen, sollen unter den Käufern sein. „Es sind aber auch viele Frankfurter, die kaufen, und Leute aus dem Taunus“, so Diekmann.

Sie alle müssen ein wenig Kapital mitbringen. Die Preise der Wohnungen beginnen bei 8500 Euro pro Quadratmeter und reichen bis zu 12.000 Euro. So ist etwa eine „Residence“ mit 98 Quadratmetern für 967.710 Euro zu haben.

Dafür gehören aber eine Einbauküche, Parkett und Fußbodenheizung zur Standardausstattung. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 30 und 110 Quadratmetern. Die Deckenhöhen in den Eigentumswohnungen betragen durchgehend mehr als drei Meter.

Auf dem Baukörper der alten Oberpostdirektion haben die Architekten vom Büro Fuchshuber in Leipzig oben noch ein zurückgesetztes Staffelgeschoss mit Penthouses ergänzt. Die alten Postkeller unter dem langgestreckten Haus verwandeln sich in eine Tiefgarage.

Anfang 2020 will der Entwickler die Arbeiten am „Grand Ouest“ beenden. Rund 93 Millionen Euro werden bis dahin in das Projekt investiert. Es schließt sich dann noch ein zweiter, größerer Bauabschnitt entlang der Senckenberganlage an, der rund 19.400 Quadratmeter Nutzfläche umfassen wird – Wohnungen, Gewerbe und Kita. Unklar ist, ob die Stadt Frankfurt hier einen Anteil von 30 Prozent öffentlich geförderter Wohnungen durchsetzen kann.

Für diesen zweiten Teil des Projekts möchte der Investor noch in diesem Jahr den Bauantrag bei der Stadt einreichen. Eine Bauvoranfrage gibt es bereits.

Auch in Offenbach baut die CG-Gruppe. Hier entstehen am Kaiserlei die „New Frankfurt Towers“, zwei Türme mit 19 und 22 Geschossen. Es werden 594 Apartments, „vor allem für mobile Business People“, gebaut.

Ein anderes Publikum als die Käufer im „Grand Ouest“. Im Eingang erzählt der Bauherr die lange Geschichte der alten Oberpostdirektion. Vertreter der Stadt Frankfurt, das fällt auf, sprechen bei der Grundsteinlegung nicht.

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