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Die Eishockey-Fans würden solche Paraden gerne in einer modernen Halle sehen.

Sport in Frankfurt

Kein Erfolg ohne neue Halle

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Eishockey- und Basketball-Fans leiden in Frankfurt unter den Problemen beim Bau der Multifunktionsarena. Entsprechend groß sind die Erwartungen an Sportdezernent Markus Frank.

Im Frühling 2004 schien alles möglich zu sein in der Sportstadt Frankfurt. Erst wurde das Eishockey-Team der Lions sensationell Deutscher Meister. Als der Sieg über die Eisbären Berlin unter Dach und Fach war, drehten 7000 Menschen in der Eissporthalle schier durch. Wenige Wochen später zogen die Basketballer der Skyliners nach. Auch sie wurden Meister. Und diesmal stand die Ballsporthalle Kopf.

Zwölf Jahre später ist von der Partylaune im Frankfurter Sport nicht viel geblieben. Der Grund dafür, so sagen es zumindest die allermeisten Verantwortlichen, sind die Probleme mit den Spielstätten. Anders als Hamburg, Köln oder Berlin hat Frankfurt eben keine moderne Arena.

Als Erste klagten die Lions unter wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit. Mit dem Ende der Saison 2009/2010 stellten sie den Spielbetrieb ein. Die Verantwortlichen wollten Logen vermarkten, teure Business Seats verkaufen und bei Top-Spielen auch mal 10 000 Zuschauer begrüßen. Das alles war in der vergleichsweise maroden Eissporthalle nicht möglich.

Eishockey wird im Ostend zwar weiterhin gespielt: Auf die Lions folgten die Löwen Frankfurt. Doch die oberste Spielklasse, die DEL, ist für den Verein weit entfernt. Denn selbst wenn ein Aufstieg sportlich gelänge: Der Verein stünde in der ersten Liga vor den selben wirtschaftlichen Problemen wie einst die Lions.

Basketball-Fans haben es in Frankfurt besser. Die Skyliners sind weit davon entfernt, den Spielbetrieb aufzugeben. Auch nach der Meisterschaft hatte das Team einige recht erfolgreiche Spielzeiten. Doch auch bei den Skyliners macht man keinen Hehl daraus, dass es schwer ist, in der gänzlich unkomfortablen Ballsporthalle konkurrenzfähig zu bleiben. Andere Vereine, darunter auch Klubs in wesentlich kleineren Städten wie Oldenburg oder Ulm, haben durch ihre Hallen ganz andere Möglichkeiten, ihre Partien zu vermarkten. Die daraus resultierenden Einnahmen stecken sie in neue Spieler.

Entsprechend groß sind die Erwartungen der Vereine an Sportdezernent Markus Frank (CDU), in Sachen Multifunktionshalle endlich zu liefern. Mit der Ausschreibung schien das Vorhaben auf einem gutem Weg zu sein. Die potenziellen Investoren, Anschutz und Lagardère, sind Schwergewichte in der Branche. Anschutz hatte mit den Hallen in Hamburg und Berlin Erfolg, für Lagardère spricht die Beteiligung am Waldstadion.

Eigentlich wollten Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Herbst darüber entscheiden, welcher Betreiber zum Zug kommt. Doch die neuen Probleme lassen den Zeitplan unrealistisch erscheinen.

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