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Gateway Gardens hat sich unter anderem als Hotelstandort etabliert. Fünf Beherbungsbetriebe gibt es bereits, zwei sind im Bau.

Gateway Gardens am Flughafen Frankfurt

Gateway Gardens soll urbanen Mix erhalten

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Das Quartier Gateway Gardens am Flughafen Frankfurt wächst kräftig. Projektmanagerin Kerstin Hennig verrät, was schon steht - und was noch geplant ist.

Frau Hennig, Gateway Gardens soll kein x-beliebiger Gewerbestandort am Flughafen sein, sondern ein lebendiges gemischtes Quartier. Wann zieht das Leben ein?
Das Leben ist schon eingezogen. Wenn Sie, zu welcher Tageszeit auch immer, nach Gateway Gardens kommen, werden Sie immer Menschen vorfinden. Das mag das Condor-Flugteam sein, das auf dem Weg zur nächsten Maschine ist, das mögen LSG-Mitarbeiter sein, die zum Schichtbetrieb kommen oder die Beschäftigten von DB Schenker, die in der europäischen Leitzentrale des Unternehmens arbeiten. Oder denken Sie an die Hotelgäste, die durch den Park flanieren und die Studenten im House of Logistics and Mobility.

Noch wollen Sie aber doch einiges tun, um das Viertel lebendiger zu machen.
Das stimmt. Wir haben inzwischen ziemlich genau Halbzeit. Sowohl von der verkauften Fläche her als auch zeitlich gesehen. Gateway Gardens ist ein bisschen wie ein Puzzle. Es gibt Bereiche, die komplett fertig sind. Wenn Sie sich am Quartier Alpha am Westeingang aufhalten, haben Sie den Eindruck, dass alles passt und stimmt. Wenn Sie dann die Straße runtergehen Richtung Osten sehen Sie aktuell noch viele Baugruben, Bagger und Sandhügel. Es ist eben ein Quartier mitten in der Entwicklung. Und jede Entwicklung bringt ein Stück Lebendigkeit.

In Süden des Areals haben die Arbeiten für das Gateway Gardens Plaza begonnen. Was wird dieses Quartierszentrum den etwa 5500 Menschen, die schon im Stadtteil arbeiten, denn genau bieten?
Das wird mit Sicherheit ein zentrales Element für Gateway Gardens. Es wird einen Rewe-Supermarkt geben, ein Fashion-House, das mit hochwertiger Kleidung überregional Kunden anziehen dürfte, ein Fitnesscenter, ein Boarding House, Cafés, Restaurants und eine bilinguale Kita.

Eine Kita? In Rollfeldnähe?
Die Nachfrage ist riesig. Sie müssen davon ausgehen, dass sehr viele Männer und Frauen am Flughafen arbeiten, die Kinder haben. Die Kita wird den Beschäftigten mit langen Öffnungszeiten entgegenkommen. Auch das Gebäude The Squaire am Flughafen hat eine Kita, die sofort nach Fertigstellung ausgebucht war.

Was machen die Pläne für ein medizinisches Angebot?
Auf einem der letzten Parkgrundstücke soll ein sogenannter Medical Campus entstehen, ein Zentrum mit Ärzten verschiedener Fachrichtungen. Es soll in erster Linie der medizinischen Versorgung der etwa 18.000 Menschen dienen, die einmal in Gateway Gardens arbeiten werden. Aber auch für die weiteren 80.000 Beschäftigten in der Airport City ist dies sicher ein interessantes und hilfreiches Angebot.

Bisher sind 44 Prozent der Flächen im Stadtteil vermarktet. Rechnen Sie noch damit, dass 2021 alle Grundstücke verkauft sind?
So etwas zu prognostizieren, ist schwierig. Aber wir haben schon das Ziel, im Zeitraum zwischen 2020 und 2024 sämtliche Areale vermarktet zu haben. 2025 könnten alle Flächen bebaut oder im Bau sein.

Eigentlich müssten Sie doch Rückenwind spüren. Flächen in Frankfurt sind ja sehr begehrt.Das stimmt. Wir haben eine sehr große Nachfrage auch von internationalen Investoren. Wir wollen aber keine spekulativen Entwicklungen zulassen, sondern Schritt für Schritt wachsen. Deshalb verlangen wir von jedem Investor, dass er grundsätzlich eine signifikante Vorvermietung von 40 bis 50 Prozent für das geplante Gebäude vorweisen kann.

Es gibt fünf Hotels in Gateway Gardens, zwei weitere sind im Bau. Werden es noch mehr?
Wir haben zu Beginn einen strategischen Nutzermix für Gateway Gardens festgelegt. 50 Prozent der Fläche sollen Büros verschiedener Größen sein. Zugleich sollen nicht mehr als 20 Prozent für Hotels genutzt werden. Diese Zahl ist mit Hotels unterschiedlicher Kategorien fast erreicht.

Investoren, die noch ein Hotel bauen wollen, sagen Sie ab?
Denen sagen wir ab. Und das schon seit zwei Jahren. Wir wollen keine Bettenburg sein. Was uns noch fehlt, ist weiterer Feenstaub. Das sind die 30 Prozent, die den urbanen Mix des Areals ausmachen sollen. Wir brauchen noch mehr Einkaufsmöglichkeiten und mehr Gastronomie, vom Café bis zum Italiener um die Ecke.

Wie weit sind Sie bei der Büronutzung?
Ziemlich genau bei 20 Prozent. Da gibt es noch Luft. Es tut sich aber sehr viel momentan.

Weitere Büros könnten zum Beispiel in vier Hochhäusern entstehen, für die es bereits Entwürfe gibt, etwa von Zaha Hadid. Wieso haben Sie hier noch keine Investoren gefunden ? Für ein Areal sind wir in konkreten Verhandlungen. Ein Hochhausentwurf am Frankfurter Kreuz ist bereits in der konkreten Planung und wird wohl umgesetzt. Die Hochhausareale werden noch nicht aktiv vermarktet, da sie wegen des laufenden S-Bahn-Baus noch nicht bebaut werden können. Dasselbe gilt für den gesamten sogenannten Parkwald-Nord, den Streifen nördlich der S-Bahn.

Die S-Bahn soll aber doch 2019 fertig sein.
Ja, zum Winterfahrplan 2019 wird die erste S-Bahn fahren. Die Arbeiten in den Nordarealen könnten 2020 beginnen. Wir können die Baugrundstücke ab 2018 vermarkten. Für den Bereich zwischen den Hochhäusern im Norden des Viertels wird es noch einen Architekturwettbewerb geben. Es soll dort ein Mix entstehen zwischen Büros, Kultur, Serviced Apartments und Gastronomie. Das wird dem Viertel noch mehr Urbanität bringen.

Interview: Christoph Manus

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