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Ganz rechts sieht man das neue Hochhaus, davor die Häuser der Deutschen Bahn.  

Gallus

Gallus: Schöner Pause machen zwischen Hochhäusern

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Wohnungen, Kita und mehr Aufenthaltsqualität soll um die Adam-Riese-Straße im Frankfurter Gallus entstehen. Das Stadtplanungsamt stellt Bürgern und Ortsbeirat Areal „Grand Central“ vor.

Anwohner und Ortsbeiratsmitglieder interessiert nicht nur die Planung neuer Gebäude unweit des Hauptbahnhofs. Wichtig ist ihnen auch, wie die Adam-Riese-Straße, die das Gelände zwischen Mainzer Landstraße, den Gleisen und der Hafenstraße teilt, gestaltet wird. Denn viele würden den mit Schranken versperrten Weg gerne als Fahrradstraße nutzen. Vertreter des Stadtplanungsamts waren in der Sitzung des Ortsbeirat 1 am Dienstag gekommen um über das 6,4 Hektar große Areal zu berichten.

Teil des Projekts „Grand Central“ ist ein neuer Wohnkomplex. Geplant ist ein Wohnturm mit 140 Meter Höhe und ein 28 Meter hohes Gebäude mit sieben Etagen. Über einen eingeschossigen Sockel sollen sie verbunden werden. Kita, Gastronomie und Einzelhandel sind ebenfalls vorgesehen.

Man habe sich für die Entwürfe des niederländischen Büros Mercanoo entschieden, da die Positionierung und Anordnung städtebaulich stimmig sei, sagt Carolin Gahl vom Stadtplanungsamt. Auch harmoniere es mit dem benachbarten Posthochhaus. Dass geförderter Wohnungen entstehen sollen, habe ihnen auch gefallen. Vor allem dass diese gleichberechtigt im Gebäude untergebracht seien. Es sei kein Qualitätsunterschied erkennbar. Allerdings lassen die Entwürfe erkennen, dass die Eigentumswohnungen und wahrscheinlich teueren Penthäuser in den oberen Stockwerken untergebracht sind. Die geförderten Wohnungen reichen bis in den siebten Stock.

So könnte der Platz zwischen dem neuen Gebäude und den Büros der Bahn aussehen.

Der öffentliche Raum soll ebenfalls aufgewertet und mehr Aufenthaltsqualität erreicht werden. Vor den Gebäuden ist ein neuer Platz geplant, der mit dem Adam-Riese-Platz zusammengefügt werden soll. Bis der Bebauungsplan in Kraft trete, dauere es noch. Denn zuvor, ab dem ersten oder zweiten Quartal 2021, können die Bürger Anregungen einbringen. Das Posthochhaus werde nach einer Sanierung weitergenutzt, sagt Gahl. Laut Unterlagen sind wieder Büros oder Hotel dafür vorgesehen.

Das Areal
Rund 550 Wohnungen sollen in einem neuen Turm samt Nebengebäude entstehen, 165 von ihnen gefördert.

Zwei riesige Gebäude sind bereits im Bau, 2200 Mitarbeiter der Deutschen Bahn Netz AG werden dort einziehen.

Entwickelt wird das Gelände von den Immobilienbüros Phoenix Real Estate und Groß & Partner. jkö

Ein zentrales Ziel sei zudem eine Fußgängerbrücke über die Hafenstraße zu errichten. Sie soll das neugestaltete Gebiet besser mit dem Hauptbahnhof verbinden. Wo genau diese gebaut werde, wisse man noch nicht, sagt Gahl.

Ob die Kita ein Außengelände bekomme, möchte der Kinderbeauftragte des Gallus, Dirk Schneider, wissen. Gahl bejaht: in Form eines Atriums. Dem Ortsbeirat ist zudem wichtig, dass Spielflächen für Kinder entstehen, denn es gebe wenige Plätze in unmittelbare Nähe. Den Vorschlag will das Amt berücksichtigen. Auch plane man Bäume zur Verschattung zu pflanzen. Noch sei das Gebiet voll versiegelt, das wolle man ändern.

Wie die Fassade des Neubaus gestaltet werden will, möchte Michael Weber (CDU) wissen. Das Material soll sich an dem Farbspiel der Gleise orientieren, kupfer-messingfarben. „Das geht auch schöner“, findet Weber. Die Entwürfe lassen zudem durchgehend Balkone erkennen.

Die Adam-Riese-Straße befinde sich noch in Privateigentum, sagt Gahl. Man wolle sie aber öffnen. Ob man auf der Adam-Riese-Straße Radwege einrichten kann, will der Ortsbeirat wissen. Der Wunsch sei schon oft an das Gremium herangetragen worden. Da dort sowieso Tempo 30 gefahren werden soll, seien Radwege nicht zulässig, heißt es vom Stadtplanungsamt.

Noch schöner wäre es, wenn aus der Strecke eine Fahrradstraße werde, sagt Falco Görres vom Ortsverband die Partei. Und „eine gute Alternative zum Todesstreifen Mainzer Landstraße“. Man könnte sie in der Mitte abpollern. Auch diese Anregungen will das Amt mitnehmen. Aber die Gebäude müssen natürlich auch erschlossen werden.

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