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Balkon einer Sozialwohnung in der Frankfurter Innenstadt. Trotz steigender Bautätigkeit sinkt die Zahl der Sozialwohnungen immer weiter.

Wohnen in Frankfurt

Frankfurter warten jahrelang auf eine Wohnung

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Die Situation für Frankfurter, die eine Sozialwohnung brauchen, wird immer schlechter. Die Nachfrage steigt, das Angebot an gefördertem Wohnraum sinkt weiter. Die Folge sind jahrelange Wartezeiten.

Die Situation für Frankfurter, die auf eine Sozialwohnung angewiesen sind, wird trotz steigender Bautätigkeit und des Ankaufs von Belegungsrechten immer schlechter. Nach dem Tätigkeitsbericht des städtischen Amts für Wohnungswesen ist die Zahl der Wohnungen, die es belegen kann, im Jahr 2017 auf nur noch 31 834 gesunken.

Die Zahl der Wohnungssuchenden stieg dagegen erneut an. 9583 Haushalte mit zusammen 23 174 Menschen waren Ende des Jahres bei der Stadt registriert. So viele Menschen waren dem Amt nach seit 1995 nicht als wohnungssuchend gemeldet.

Dieses immer schlechter werdende Verhältnis von Angebot und Nachfrage führt dazu, dass das Amt für Wohnungswesen im vorigen Jahr nur 1724 Haushalten eine Sozialwohnung vermitteln konnte. Das ist nach dessen Angaben ein historischer Tiefststand. 2016 konnte es wenigstens 1962, im Jahr 2015 noch 2110 Haushalte versorgen. Dabei hat die Stadt schon im Jahr 2005 in ihren Leitlinien festgeschrieben, dass sie mindestens 2500 Haushalte im Jahr vermitteln will.

Besonders schlechte Karten haben Großfamilien. 1448 Haushalte mit fünf oder mehr Familienmitgliedern waren 2017 beim Amt für Wohnungswesen registriert – ihnen konnten aber nur 66 Wohnungen angeboten werden. Die Wartezeit für diese Personengruppe liegt bei fünf bis zehn Jahren. Ebenfalls mehrere Jahre müssen Alleinlebende auf eine Sozialwohnung warten: Von 4714 Einpersonenhaushalten konnten nur 795 versorgt werden. Ebenfalls schwierig gestaltet sich die Situation für Frankfurter, die auf eine rollstuhlgerechte Wohnung angewiesen sind. Besonders Alleinstehende und Haushalte mit drei und mehr Mitgliedern warteten oft jahrelang.

Ein Grund für die Misere sind auch die immer weiter steigenden Mieten in der Stadt. Immer weniger Menschen mit Anspruch auf eine Sozialwohnung gelinge es, etwas auf dem freien Markt zu finden, heißt es im Bericht des Amts für Wohnungswesen.

Die Linke im Römer wirft Land und Stadt vor, nicht genug zu tun, um das weitere Abschmelzen des Sozialwohnungsbestands zu verhindern. Ihr wohnungspolitischer Sprecher Eyup Yilmaz fordert, dass nur noch Sozialwohnungen mit unendlicher Bindungsfrist gebaut werden.

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