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Trotz Mietpreisbremse steigen die Mieten in Frankfurt weiter deutlich an.

Wohnungsmarkt in Frankfurt

Frankfurt zweitteuerste Stadt beim Wohnen

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Egal, ob es ums Mieten oder Kaufen geht: Die Preise auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt sind extrem hoch. Und neue Zahlen zeigen: Die Preise ziehen weiter an.

Trotz der Mietpreisbremse und obwohl mehr neue Wohnungen auf den Markt gekommen sind, steigen die Mieten in Frankfurt weiter deutlich an. Inzwischen werden Wohnungen nach Zahlen des Maklerhauses JLL im Mittel für 13,70 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das ist ein Anstieg von drei Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016. Seit 2004 haben die Angebotsmieten um 37 Prozent zugenommen. Damals lagen sie bei zehn Euro pro Quadratmeter.

Zuletzt stiegen die Mieten nach Zahlen von JLL allerdings schwächer als in Berlin, München, Stuttgart oder Köln. Die Immobilienexperten erklären das mit der gestiegenen Bautätigkeit im Mietwohnungsbereich.

Frankfurt bleibt für Mieter, die eine neue Wohnung suchen, trotzdem die zweitteuerste deutsche Stadt nach München. Dort werden inzwischen sogar 18,70 Euro im Mittel verlangt. Die Angebotsmieten in Frankfurt liegen weiter deutlich über denen in Hamburg, die minimal auf 11,55 Euro pro Quadratmeter zulegten, Köln oder Düsseldorf. Nur Stuttgart ist inzwischen fast genauso teuer wie Frankfurt.

Nur München noch teurer

Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen klettern nach Angaben von JLL zumindest in Frankfurt weiterhin sogar noch stärker als die Mieten. Wohnungen werden inzwischen im Mittel für 4550 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das ist ein Anstieg von 8,1 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2016. Im ersten Halbjahr 2004 waren Eigentumswohnungen noch für 2430 Euro pro Quadratmeter zu haben gewesen. Seitdem stiegen die Preise um 87 Prozent.

Auch bei den Eigentumswohnungen müssen nur die Münchner noch höhere Preise bezahlen. Dort liegt der Median inzwischen bei 6790 Euro pro Quadratmeter. Hamburg und Stuttgart sind ebenfalls für Käufer von Eigentumswohnungen sehr teuer. Auch dort liegen die Preise inzwischen im Mittel bei 4000 Euro pro Quadratmeter oder mehr.

Obwohl die Preise inzwischen nicht nur in Frankfurt ein Niveau erreicht haben, das selbst sehr gut Verdienende schlucken lässt, rechnen die Immobilienexperten von JLL nicht mit einem Ende der Preisspirale. „Unverändert sehen wir – entgegen teilweise anderslautender Meldungen – weiter steigende Kaufpreise auf den Eigentumswohnungsmärkten in den Top-8-Städten“, sagt Sebastian Grimm, Leiter der Wohnimmobilienbewertung bei JLL Frankfurt. Er erklärt das mit der eher geringen Bautätigkeit bei hoher Nachfrage und den weiter niedrigen Zinsen. Die Preise werden nach seiner Einschätzung aber nicht länger so stark steigen wie bisher.

Auch die Mieten dürften nach der Analyse von JLL weiter anziehen. Bei einem anhaltenden Wirtschaftswachstum spreche alles für eine Fortsetzung der internationalen Arbeitsmigration nach Deutschland, heißt es. Und das führe dazu, dass die Nachfrage auf den Mietmärkten der wirtschaftsstärksten deutschen Metropolen weiter steige.

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