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Hier sollen die neuen Wohnungen entstehen.

Wohn-Projekte

Zusammen leben im Neubaugebiet Hilgenfeld

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Die Wohnungsgesellschaft ABG vergibt vier Baufelder im Hilgenfeld an gemeinschaftliche und genossenschaftliche Projekte. 

Erstmals werden in Frankfurt Grundstücke in einem Neubaugebiet am Rande der Stadt nach Konzeptverfahren an gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte vergeben. Solche Gruppen können sich jetzt darum bewerben, vier Flächen am Hilgenfeld nördlich des Frankfurter Bergs von der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG pachten und bebauen zu dürfen. Auf diesen können zusammen etwa 15 Prozent der rund 850 Wohnungen entstehen, die nach dem städtebaulichen Entwurf im an die Bahngleise grenzenden Areal Platz finden könnten.

Auch bisher hat die Stadt über den Liegenschaftsfonds bereits Grundstücke nach bestem Konzept statt Höchstpreis an gemeinschaftliche und genossenschaftliche Projektgruppen vergeben. Nun geschehe das aber erstmals „auf der grünen Wiese“, systematisch und in einem deutlich größerem Maßstab, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Montag. Auch in anderen Neubaugebieten werde die Stadt künftig jeweils 15 Prozent für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Gruppen vorhalten. Noch in diesem Jahr könne etwa die Vergabe solcher Flächen im Baugebiet Günthersburghöfe im Nordend beginnen, hieß es.

Von der Vergabe von Grundstücken an Wohnprojekte ohne Renditeinteresse erhofft sich die Stadt, wie Josef sagte, zum einen dauerhaft stabile Mieten für die Bewohner. Die Gruppen trügen zudem zum Leben im neuem Stadtteil bei. Sie sind etwa gehalten, in den Erdgeschossen öffentliche Angebote für die Nachbarschaft zu unterbreiten.

Auch architektonisch will die Stadt im 18 Hektar großen Baugebiet Hilgenfeld neue Wege beschreiten. Vier Baugrundstücke, von denen eines zu den Flächen zählt, die die Wohngruppen nutzen können, sollen besonders innovativ, zugleich aber so günstig wie möglich bebaut werden. Dort sollen die Gewinnerentwürfe eines Wettbewerbs umgesetzt werden, den die Stadt Frankfurt. die ABG und das Deutsche Architekturmuseum ausgerichtet haben. Noch diesen Monat könnten die Ergebnisse feststehen, sagte Josef. Die Erwartungen sind hoch. Ziel ist nicht weniger als ein „Wohnen für alle“, ein Anknüpfen an die Tradition des Neuen Frankfurt.

Junker ging angesichts der hohen Kosten allerdings davon aus, dass auch diese Wohnungen nicht unter zwölf Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Darüber hinaus entstehen auf dem Areal aber 40 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen. Dabei wird es sich je zur Hälfte um Sozialwohnungen und Wohnungen des zweiten Förderwegs handeln, die für 8,50, 9,50 und 10,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

Das Wohngebiet soll so „autoarm“ wie möglich werden, dessen Zentrum autofrei sein, sagte Josef. Autos könnten in Quartiersgaragen Platz finden. Läden sollen an einem großen Quartiersplatz entstehen. Zwei Kitas sind geplant. Den größten Teil des Energiebedarfs im Viertel, das einmal um die 2000 Menschen bewohnen könnten, sollen geothermische Anlagen decken.

Die Erschließung des Baugebiets könnte, wie Junker sagte, schon im Frühjahr beginnen, der Bau der ersten Wohnungen Ende des Jahres oder Anfang 2020 starten. Parallel arbeitet die Stadt noch am Bebauungsplan. Der Entwurf könnte laut Josef vor der Sommerpause in Offenlage gehen.

Gemeinschaftliche Projektgruppen und Genossenschaften können sich bis 29. Mai um vier Baufelder im Neubaugebiet Hilgenfeld bewerben. Sie werden nicht nach höchstem Gebot, sondern nach bestem Konzept vergeben.

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