+
Bezahlbarer Wohnraum in Frankfurt ist Mangelware.

Wohnen in Frankfurt

Frankfurt tut zu wenig für Mieter

  • schließen

Die Aktivitäten der Stadt zum Schutz von Mietern können mit der dramatischen Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt nicht Schritt halten. Es fehlt an Personal und Geld, um der Spekulation wirksam entgegenzutreten. Der Kommentar.

Vier Jahre hat es gedauert, bis die Stadt sechs Rechtssatzungen gegen Mietervertreibung auf den Weg gebracht hat. Schon diese Zeit weist auf ein Dilemma: Die Aktivitäten der Kommune halten mit der Wucht dessen, was sich auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt abspielt, nicht Schritt.

Die Menschen, die hilfesuchend und protestierend in den Wohnungsausschuss des Stadtparlaments kommen, bezeugen: Die Vertreibung von Mieterinnen und Mietern ist längst im Gange. Im Westend zum Beispiel, das belegten die für die Stadt tätigen Gutachter, gibt es kein geschlossenes Milieu mehr, das bewahrt werden könnte.

Was die Kommune bisher getan hat, ist völlig unzureichend. Nur eine Handvoll Häuser hat Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) aufkaufen lassen und so vor der Luxusmodernisierung bewahrt. Es fehlt allenthalben an Personal und Geld, um der Spekulation wirksam entgegenzutreten. Die künftige Stabsstelle Mieterschutz etwa, für die sich OB Peter Feldmann (SPD) feiern ließ, wird gerade einmal aus zwei (!) Stellen bestehen.

Die schwarz-grüne Landesregierung lässt die größte hessische Stadt im Stich. Kein Kampf gegen Wohnraumzweckentfremdung, kein Vorbehalt, der die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen erschweren würde. Spekulanten dürfen sich freuen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare