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Preiswerte Sozialwohnungen werden in Frankfurt geradezu händeringend gesucht.

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Mehr neue Sozialwohnungen in Frankfurt

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Die Stadt macht Tempo beim Bau von Sozialwohnungen, aber es gibt noch immer zu wenig Unterkünfte.

Der Bau von dringend benötigten Sozialwohnungen in Frankfurt, der fast zum Erliegen gekommen war, gewinnt wieder an Dynamik. Im Gespräch mit der FR hat Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) zu dieser Entwicklung jetzt Zahlen genannt. Im Jahre 2016 wurden in der rasch wachsenden Stadt gerade noch 26 Sozialwohnungen auf den Weg gebracht. 2017 waren es dann schon 68. Im vergangenen Jahr sind 312 neue Sozialwohnungen angemeldet worden.

Josef zeigt sich zufrieden mit diesem Aufschwung. „Das ist ein ordentlicher Zuwachs, der zeigt, dass wir nach und nach den öffentlich geförderten Wohnungsbau wieder ankurbeln.“

Tatsächlich werden preiswerte Sozialwohnungen in Frankfurt geradezu händeringend gesucht. Beim städtischen Amt für Wohnungswesen sind offiziell rund 10.000 Haushalte als Suchende registriert. Es entsteht ein dramatischer Wettlauf, den die Stadt zu gewinnen versucht. Denn während der Wohnungsdezernent in Verhandlungen mit Investoren auf den Bau von Sozialwohnungen drängt, fallen gleichzeitig immer weitere ältere Sozialwohnungen aus der Sozialbindung heraus. Bis zum Jahre 2026 werden dadurch in Frankfurt fast 3000 bisher gebundene Wohnungen wegfallen. 

Frankfurt: Dramatische Situation für Wohnungssuchende

Zugleich muss die Stadt immer mehr registrierte Wohnungssuchende der Dringlichkeitsstufe eins zuordnen. In diese Kategorie fallen Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, die zur Räumung ihrer Unterkunft verpflichtet wurden, bereits in Heimen untergebracht sind oder schon sehr lange auf eine Wohnung warten. Diese Dringlichkeitsstufe eins macht mittlerweile 45,3 Prozent aller bei der Stadt registrierten Wohnungsuchenden aus – das zeigt die Dramatik der Situation. 

Sozialdemokrat Mike Josef will denn auch die Lage in Frankfurt nicht beschönigen. „Was wir tun, ist immer noch zu wenig“, urteilt der Stadtrat im FR-Gespräch. Es müssten noch mehr Sozialwohnungen entstehen. „Wir müssen diese Zahlen jedes Jahr weiter steigern.“ 

Die Unterkünfte dieses sogenannten ersten Förderweges weisen dann Mieten zwischen 5 Euro und 5,50 Euro aus. Das sind die geringsten Mieten überhaupt in Frankfurt. 

Langsam in Gang kommt auch der Bau von Wohnungen, die nach dem sogenannten zweiter Förderweg entstehen. Zielgruppe dieses Förderprogramms sind insbesondere Familien mit Kindern. Im Jahre 2017 wurde nach Josefs Zahlen immerhin der Bau von 178 Wohnungen dieser Kategorie angemeldet. Im Jahre 2017 waren es lediglich 44 gewesen. Wohnungen dieses Förderweges werden für 8,50 Euro bis 10,50 Euro pro Quadratmeter vermietet.

Es gibt noch einen weiteren Tatbestand, der den Frankfurter Wohnungsdezernenten Anfang des Jahres 2019 zuversichtlich stimmt. Die neue schwarz-grüne Landesregierung in Hessen hat in ihrem Regierungsprogramm auch den sogenannten Umwandlungsvorbehalt beschlossen. Gemeint ist eine Rechtsverordnung des Landes, auf deren Anwendung sich die Fachleute der Stadt jetzt schon vorbereiten. Wenn sie in Kraft getreten ist, können Mietwohnungen nur noch mit Genehmigung der Kommune in Eigentum umgewandelt werden. 

Nach Schätzungen der städtischen Fachleute wandeln sich jährlich in Frankfurt fast 1000 Mietwohnungen in Eigentum um. Gezielt kaufen Investoren Mietshäuser mit mehreren Wohneinheiten auf, machen aus den Unterkünften Eigentum und veräußern die Gebäude mit großem Gewinn weiter. So werden langjährige Mieter verdrängt.

Wohnungsbau in Frankfurt

Anfang 2019 gibt es in der Stadt Frankfurt 16 große Wohnungsbauprojekte, die von der Kommune in Gang gesetzt wurden.

Das Potenzial neuer Wohnungen liegt in diesen geplanten Quartieren bei insgesamt 20 430.

Nicht mitgezählt ist der geplante neue Stadtteil im Norden Frankfurts beidseits der Autobahn A 5.

Diese Pläne für rund 12 000 Wohnungen, in denen bis zu 30 000 Menschen leben könnten, sind politisch heftig umstritten. jg

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