+
Viele Menschen schauen auf Frankfurt, aber ziehen ins Umland.

Wohnen  

Frankfurt lässt das Umland wachsen

  • schließen

Die Stadt verliert seit Jahren Einwohner an die Nachbarkommunen. Hauptgrund sind die hohen Mieten und Preise.

Frankfurt ist seit der Jahrtausendwende um 123 000 Einwohner gewachsen, hat im Februar erstmals die Marke von 750 000 Einwohnern mit Hauptwohnsitz überschritten. Gleichzeitig aber ziehen mehr Menschen aus der Stadt in die direkt angrenzenden Kommunen oder das Umland als umgekehrt. Dort wachsen die Einwohnerzahlen also auch, weil bisherige Frankfurter die Stadt verlassen. Das zeigen Zahlen, die der Zentrale Immobilien-Ausschuss für sein Frühjahrsgutachten ausgewertet hat.

Demnach zogen im betrachteten Zeitraum von 2011 bis 2017 vor allem deutlich mehr Menschen aus dem Ausland nach Frankfurt als umgekehrt. Auch die Zahl der Menschen, die aus anderen Regionen Deutschlands in die Stadt kamen, lag deutlich über der, die Frankfurt für eine andere deutsche Region verließen. Gegenüber den Nachbarkommunen und dem restlichen Umland aber hat die Stadt der Untersuchung nach von 2011 bis 2017 jedes Jahr an Einwohnern verloren. Im Jahr 2017 zum Beispiel zogen 2500 Menschen mehr von Frankfurt in die Nachbargemeinden und 1900 Menschen mehr von Frankfurt ins restliche Umland als umgekehrt.

Rund um Frankfurt steigen auch dieses Effekts wegen die Einwohnerzahlen. Besonders kräftig wuchs Kelsterbach, das von 2011 bis 2017 um 23,2 Prozent zulegte. Absolut am stärksten unter den Nachbargemeinden gewann Offenbach an Einwohnern, das im selben Zeitraum um 10,3 Prozent wuchs. Ebenfalls um mehr als zehn Prozent stiegen die Einwohnerzahlen von Raunheim, Hattersheim und Erlensee.

Familien ziehen aus Frankfurt weg

Offenbar ziehen besonders Familien aus Frankfurt weg. Die stärksten Wanderungsverluste gibt es bei den 30- bis 50-Jährigen und den unter 18-Jährigen. Junge Erwachsene dagegen zieht es in die Stadt. Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen ist die einzige, aus der mehr Menschen aus den Nachbarkommunen oder dem Umland nach Frankfurt ziehen als umgekehrt.

Hauptgrund für die Wanderung ins Umland dürften die dort im Schnitt noch niedrigeren Mieten und Preise für Wohnungen und Eigenheime sein. Zwar steigen auch rund um Frankfurt die Kosten für Wohnraum. Sie liegen im Schnitt aber immer noch deutlich unter denen für Frankfurt. Nach Zahlen des Zentralen Immobilien-Ausschusses erreicht das Mietniveau im Umland nur 63,3 Prozent des Frankfurter Werts. Selbst in Bad Homburg liege es nur bei 86,2 Prozent.

Noch stärker sind die Unterschiede bei den Kaufpreisen, die in Frankfurt in den vergangenen Jahren extrem stark gestiegen sind. Nach der Untersuchung liegt das Preisniveau im Umland im Schnitt nur bei 52,9 Prozent des Frankfurter Werts. In Offenbach etwa sind Wohnungen mit 2990 Euro pro Quadratmeter 34,7 Prozent günstiger als in Frankfurt, in Hanau mit 2280 Euro pro Quadratmeter nur halb so teuer wie in Frankfurt. Etwas anders ist es bei Eigenheimen. Diese sind der Untersuchung nach in immerhin acht Kommunen rund um Frankfurt sogar noch teurer als hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare