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„Das Neue Frankfurt“: So sah es in den 1920er Jahren in der Bruchfeldsiedlung in Niederrad aus

Stadtentwicklung 

Wohnen für alle in Frankfurt

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Das Deutsche Architekturmuseum schaut zurück auf das „Neue Frankfurt“ und zeigt neue Lösungen für bezahlbares Bauen

Die Frage, wie in Frankfurt bezahlbarer Wohnraum entstehen kann, beschäftigt nicht nur die Stadtpolitik, sondern bestimmt auch das Jahresprogramm des Deutschen Architekturmuseums. Zum Bauhaus-Jubiläum zeigt das Haus am Frankfurter Museumsufer als Beitrag einer gemeinsamen Initiative mit dem Historischen Museum und dem Museum Angewandte Kunst vom 23. März bis 18. August die Ausstellung „Neuer Mensch, Neue Wohnung“. Sie befasst sich mit der Architektur des Neuen Frankfurts, dem beispielhaften Wohnungs- und Städtebauprogramm, das in den Jahren 1925 bis 1933 unter Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Stadtbaurat Ernst May verwirklicht wurde. Die damals gebauten großen Wohnsiedlungen gelten als wichtigster Beitrag Frankfurts zur Architektur der Moderne.

Die Schau werde sich aber nicht auf den Blick in die Vergangenheit beschränken, machte die stellvertretende Direktorin des Museums, Andrea Jürges, am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresprogramms, klar. Sie nehme auch die heutige Situation in den Blick.

Parallel wird vom 13. April bis 23. Juni zudem im Museum zu sehen sein, wie Architekten im Neubaugebiet Hilgenfeld, nördlich des Frankfurter Bergs, ein „Wohnen für alle“ verwirklichen wollen – mit innovativen Lösungen zu bezahlbaren Mieten. Modelle von zehn Büros werden zu sehen sein, die bei einem von der Stadt, der Wohnungsgesellschaft ABG und dem Museum ausgelobten Wettbewerb, in die engere Auswahl gekommen sind. Die besten drei Entwürfen sollen verwirklicht werden.

Frankfurt: Ausstellung über die Paulskirche

In die stadtpolitische Diskussion in Frankfurt mischt sich das Architekturmuseum auch mit einer Ausstellung über die Paulskirche ein, die vom 7. September bis Januar 2020 gezeigt wird. Anlässlich der anstehenden Sanierung will sie unter dem Titel „Ein Denkmal in Gefahr?“ die Baugeschichte des Kulturdenkmals nachzeichnen und dabei besonders auf den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und die Funktion des Gebäudes als Ort der bundesweiten Debattenkultur eingehen.

Der laut Museum vibrierenden Architekturszene von Bangladesch wird sich die Ausstellung „Bengal Stream“ widmen, die vom 7. Juni bis 20. Oktober zu sehen sein soll. Vorgestellt werden Beispiele von der Bambuskonstruktion bis zum Betonbau. Im Begleitprogramm wird es, wie Jürges sagte, um den Klimawandel gehen.

Fotografien zum Thema „Joyful Architecture“ zeigt das Museum vom 4. Mai bis 1. September. Bei diesen handelt es sich um Gewinnerbeiträge des Europäischen Architekturfotografie-Preises. 50 prämierte Einfamilienhäuser sind vom 26. September bis 24. November in der Schau „Häuser des Jahres“ zu sehen. Mit Spielplätzen befasst sich das Museum von November an. Die Ausstellung „The Playground Project“, die zunächst in Pittsburgh, dann in der Kunsthalle Zürich zu sehen war, soll um Frankfurter Beispiele ergänzt werden.

Noch bis 12. Mai – und damit zwei Monate länger als geplant – läuft eine Ausstellung über „Die immer Neue Altstadt“. Zudem sind auch noch die Gewinnerprojekte des Hochhauspreises und vom Bund Deutscher Architekten ausgezeichnete Häuser im Museum zu sehen.

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